Neues Gefahrenleitsystem

Der Brandschutzbeauftragte hat nun alle Universitätsgebäude im Blick.

Der Brandschutzbeauftragte der Universität, Günter Bahlinger, ist sehr froh über das neue Gefahrenleitsystem. Es ermöglicht ihm einen Überblick über sämtliche Brandmelder aller Gebäude der Universität. „Das sind Tausende“, erklärt er. Sobald irgendwo eine Störung auftritt oder im schlimmeren Fall sogar ein Brand, informiert ihn das System sofort und er kann entsprechend reagieren.

Übersicht über alle Brandmelder und Brandmeldeanlagen

Für Gebäude mit großen Hörsälen oder für Hochhäuser, wie zum Beispiel die beiden Naturwissenschaftlichen Zentren NWZ I und II oder in der Stadtmitte KI und KII, schreiben die baurechtlichen Verordnungen vor, dass eine Brandmeldeanlage im Einsatz ist, die bei Alarm auch automatisch die Feuerwehr informiert. Die Universität besitzt 38 solcher Brandmeldeanlagen. Auch diese hat Bahlinger mit dem neuen System alle im Blick. Ein weiterer Vorteil des Systems ist es, dass es eine Verbindung vom Gefahrenmanagement mit den einsatzbasierten Arbeiten der Leitstelle ohne Systemübergänge schafft.

Informationen für eine korrekte Einschätzung der Gefahrensituation

Bei der Störung eines Brandmelders muss nach VDE und DIN Vorgaben innerhalb von 24 Stunden dafür gesorgt werden, dass der Melder wieder einwandfrei funktioniert. Wenn es bisher eine Störung eines Brandmelders oder an der Brandmeldeanlage gab, rief der jeweils Verantwortliche des Hausservice beim Brandschutzbeauftragten an, der dann einen Techniker beauftragte, die Störung zu beheben. Jetzt läuft alles zentral bei Günter Bahlinger zusammen. Er ist über die Bedienoberfläche mit interaktiver Visualisierung der gesamten Technik schneller und besser über die Bereiche Brandschutz und Sicherheit informiert. Die erforderlichen Informationen für eine korrekte Einschätzung der Gefahrensituation sind übersichtlich zusammengefasst und geben klare, an den Sicherheitsprozessen ausgerichtete Arbeitsabläufe vor. Der Brandschutzbeauftrage oder seine Stellvertreterin Martina Thomas haben jederzeit die volle Situations- und Anlagenübersicht und sehen auf einem Blick, welcher Melder wo Rauch bzw. einen Brand meldet. Das hilft ihnen dabei, optimal zu reagieren und so Schäden zu minimieren. Herr Bahlinger, seit 40 Jahren Feuerwehrmann, betont, was im Ernstfall alle beachten sollten: „Wenn Feueralarm ertönt, nicht darüber nachdenken, ob das jetzt falscher Alarm ist oder nicht, sondern einfach sofort das Gebäude verlassen.“

System informiert schnell und ermöglicht rasche Hilfe

Im Falle eines Brandes informiert Herr Bahlinger umgehend die Feuerwehr, wenn dies nicht schon durch die Brandmeldeanlage automatisch geschehen ist. Er ist durch das neue System schnell informiert und kann so im Ernstfall rasch den Brandort erreichen. „Ich bin schneller als die Feuerwehr“, sagt Günter Bahlinger stolz. Bei einem Brand im Pfaffenwaldring 4 am Ende November 2018 sei er zehn Minuten vor der Feuerwehr eingetroffen, erzählt er. So kann er die Brandschutzhelferinnen und -helfer vor Ort unterstützen und schauen ob das Gebäude geräumt ist und alle Menschen in Sicherheit sind.

Mehr Sicherheit für Menschen an der Universität

„Ein Menschenleben ist unser höchstes Gut! Der Universitätsleitung liegt die Sicherheit der Beschäftigten und Studierenden sehr am Herzen“, so Bahlinger. Rund 500.000 Euro investiert die Universität jährlich in den Brandschutz. Das neue Gefahrenleitsystem hat beispielsweise 280.000 Euro gekostet. Eine Investition, die sich lohne, erklärt der Brandschutzbeauftragte, da es für mehr Sicherheit der Menschen an der Universität sorgt und natürlich auch die Gebäude, die Versuchsanlagen, Bibliotheken und anderen Dinge von hohem Wert schützt.

Viele haben sicher noch den Brand im Pfaffenwaldring 9 in Erinnerung. In den letzten 10 Jahren gab es 65 Brände an der Universität, die Schäden verursachten insgesamt Kosten von 27 Millionen Euro. In der gleichen Zeit gab es fünf Leichtverletzte.

Seit November 2018 ist das Gefahrenleitsystem in Betrieb. Herr Bahlinger ist allen Beteiligten von der Planung bis zur Umsetzung sehr dankbar. Er ist überzeugt: „In der Brandmeldetechnik ist die Universität exzellent“.

Günter Bahlinger ist über die Bedienoberfläche mit interaktiver Visualisierung auf einen Blick über die Bereiche Brandschutz und Sicherheit informiert.  (c) Vennemann
Günter Bahlinger ist über die Bedienoberfläche mit interaktiver Visualisierung auf einen Blick über die Bereiche Brandschutz und Sicherheit informiert.

Im Rahmen des Fort- und Weiterbildungsprogramms bietet Günter Bahlinger übrigens auch Campusführungen in Vaihingen an. Weitere Informationen dazu und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im Programm (S. 17).

 

Günter Bahlinger

Brandschutzbeauftragter, Ausbildung Brandschutzhelfer, Lösch- und Evakuierungsübungen

Zum Seitenanfang