Finanzierung von Projekten

Interne Förderung von Wissens- und Technologietransfer

Die Universität Stuttgart unterstützt den Wissens- und Technologietransfer, indem sie die Entwicklung von Demonstratoren und Prototypen sowie disziplinübergreifende Wissenstransferprojekte von universitätsinternen Antragstellerinnen und Antragstellern aus internen Mitteln fördert.

Konzept der internen Förderung von Wissens- und Technologietransfer

Beim Wissens- und Technologietransfer gibt es trotz zahlreicher Förderformate und Kooperationsmöglichkeiten Förderlücken, die den „letzten Schritt“ zum Transfer nach außen erschweren oder gar unmöglich machen. Dies hat die Universitätsleitung zum Anlass genommen, einmal im Jahr zur Antragstellung für die interne, aus eigenen Mitteln finanzierte Förderung von Wissens- und Technologietransferprojekten aufzurufen. In der Antragstellung ist diese Fördermöglichkeit gezielt niedrigschwellig formuliert. Sie richtet sich ausschließlich an Mitarbeitende der Universität Stuttgart.

Erläuterungen zum Hintergrund der internen Förderung

Bei technologiegetriebenen Projekten fehlen in der Regel Finanzierungsmöglichkeiten zum Bau von Prototypen oder Demonstratoren. Diese sind jedoch in vielen Fällen die Voraussetzung, um direkt auf Entwicklungs- und Vermarktungspartner zugehen zu können. Damit können zum Beispiel gemeinsame Projekte zum Erreichen der Marktreife durchgeführt werden oder Lizenzen auf Know-how oder Schutzrechte vergeben werden. Forschungsergebnisse bleiben deshalb oft in der Konzept- oder Funktionsmusterphase stecken.

Im geisteswissenschaftlichen Bereich der Universität gibt es viele Ideen für Wissenstransfervorhaben, die trotz großer gesellschaftlicher Relevanz und Bedeutung für die Universität mit den vorhandenen externen Fördermöglichkeiten nur schwer oder gar nicht finanzierbar sind. Unterstützt werden Wissenstransfer-Vorhaben, die nicht nur eine große gesellschaftliche Relevanz aufweisen, sondern sich insbesondere durch einen interdisziplinären Ansatz innerhalb und zwischen den Fakultäten auszeichnen und die Darstellung der Universität Stuttgart in der Öffentlichkeit unterstützen.

Die Ausschreibung wird immer zum Jahresende veröffentlicht. Antragsfrist ist der 31. März des darauffolgenden Jahres. Die Ausschreibung erfolgt per Rundschreiben und den E-Mail-Verteiler „profs-all“. Die Antragstellung ist in der Regel einstufig und für Wissenstransferprojekte grundsätzlich formlos. Für Technologietransfer-Projekte gibt es ein Antragsformular.

Die Bewertung und Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt durch das Rektorat auf Vorschlag des Kooperationsrats der Universität.

Geförderte Projekte 2020

Laserverarbeitungsverfahren.
Laserverarbeitungsverfahren.

Institut für Strahlwerkzeuge

Moderne Laserbearbeitungsverfahren besitzen eine hohe Dynamik, die das das Abtragen mit ultrakurzen Laserpulsen mit einer Verfahrensgeschwindigkeit von über 10 m/s ermöglicht. Das stellt die Planung der Bearbeitung vor neue Herausforderungen, da konventionelle Algorithmen die Vorteile der Laserbearbeitung nicht berücksichtigen. Am Institut für Strahlwerkzeuge wurde ein Verfahren des geregelten Laserabtrags mit adaptiver Bahnplanung entwickelt. Im Projekt „Adaptive Bahnplanung für den Laservolumenabtrag“ wird nun, basierend auf diesem Verfahren, der Vorteil der innovativen Planungsalgorithmen demonstriert. Damit kann die Bearbeitungszeit mehr als halbiert werden.

Schnittdarstellung des Aktors mit aktivem Kern.
Schnittdarstellung des Aktors mit aktivem Kern.

Institut für Konstruktion und Fertigung in der Feinwerktechnik

Das Projekt befasst sich mit einem neuartigen elektromagnetischen Aktor für viele Anwendungsbereiche im Maschinenbau, der Fahrzeugtechnik und der Automatisierungstechnik. Er kann mit einer Kombinatorik aus hoher Kraft und großem Hub bei gleichzeitiger Geräuschminimierung sowohl als Hub- als auch als Haftmagnet Einsatz finden. Der Aktor besitzt einen beweglichen aktiven Kern, der eine einstellbare Kraft-Weg-Kennlinie aufweist. Dabei sorgt bei vertretbarer elektrischer Energieeinbringung der aktive Kern für ein entsprechend hohes Kraftniveau zu Beginn des Hubes und für eine hohe geräuschgedämpfte Maximalkraft am Ende des Hubes.

Kleinsttransportsysteme (Kisten-FTS)
Kleinsttransportsysteme (Kisten-FTS)

Institut für Elektrische Energiewandlung & Institut für Fördertechnik und Logistik

In dem disziplin- und institutsübergreifenden Wissenstransferprojekt „Berührungslose Energieübertragung im Umfeld der industriellen Intralogistik“ arbeiten das Institut für elektrische Energiewandlung und das Institut für Fördertechnik und Logistik gemeinsam an einem kontaktlosen Energieübertragungs- und Kommunikationssystem. Das System dient zur Versorgung von fahrerlosen Kleinsttransportsystemen ("Kisten-FTS"). Durch das modular aufgebaute Energieübertragungssystem kann die elektrische Energie lokal und bedarfsgerecht eingeschränkt auf das fahrende Transportsystem übertragen werden. Dieses Verfahren gewährleistet eine effiziente und nachhaltige Energieversorgung mobiler Produktionsmittel auf der Fertigungsfläche und unterstützt damit den Wandel zur Industrie 4.0.

Flexibles Gelenk aus kohlefaserverstärktem Kunststoff mit integriertem pneumatischen Aktuator.
Flexibles Gelenk aus kohlefaserverstärktem Kunststoff mit integriertem pneumatischen Aktuator.

Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen & Institut für Fasertechnologie

Gebäude-Verschattungen sind aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Glasfassaden von zentraler Bedeutung für nachhaltiges, ressourcenschonendes Bauen. Die Funktionalität herkömmlicher Sonnenschutzsysteme beruht jedoch meist auf planaren Starrkörpern, die über lineare Achsen mechanisch verbunden sind. Dies führt besonders auf nicht-planaren Flächen zu hoher mechanischer Komplexität und Wartungsintensität. Das Ziel der Projekts ist es, adaptive Verschattungen für nicht planare Fassaden zu entwickeln, deren Verschattung von außen mit den aktuell am Markt verfügbaren Systemen nicht möglich ist.

Im beantragten Projekt sollen für adaptive Fassadenverschattungen pneumatische Aktuatoren entwickelt werden, die an das Verschattungsbauteil und dessen Herstellungsprozess angepasst sind. Darüber hinaus sollen in das Bauteil Sensoren integriert werden, die es ermöglichen, den aktuellen geometrischen Zustand der Bauteile zu erfassen und die Aktuierung über eine Zielgeometrie zu steuern.

 

Projekt-Workshop (Lima, Peru).
Projekt-Workshop (Lima, Peru).

Institut für Raumkonstruktionen und Grundlagen des Entwerfens

Design-Build – auch Selbstbau oder 1zu1 genannt – als Lehrkonzept findet als Ansatz in der Architekturlehre immer weitere Verbreitung. Im Rahmen des Projekts sollen mittels der inter- und transdisziplinären Analyse die Erfolgsfaktoren und Lernprozesse identifiziert werden, die den Verlauf und die Gestaltung der Design-Build-Projekte in ihrer Wirkung und Nachhaltigkeit beeinflussen. Die Ergebnisse werden in einer „Lernenden Plattform als flexibles Transfer Tool“ festgehalten und stets mit neuen Erkenntnissen weiterentwickelt.

 

Recycling Reinzeichnung.
Recycling Reinzeichnung.

Institut für Flugzeugbau

Aufgrund ihres hervorragenden Leichtbaupotenzials finden faserverstärkte Kunststoffe (FVK) aktuell eine immer größere Verbreitung in vielen technischen Anwendungsfeldern weltweit. Die Entsorgung durch Deponierung ist aufgrund des Anteils an organischem Material in der Kunststoff-Matrix innerhalb der EU nicht zulässig. Dadurch ergibt sich akuter Handlungsbedarf zur Entwicklung neuer, innovativer Recyclingkonzepte für diesen Werkstoff.

Das Projekt zielt darauf ab, die Grundlagen für ein technisch einfaches und effizientes Recyclingverfahren für alle Typen von faserverstärkten Kunststoffbauteilen zu entwickeln. Dabei sollen zerkleinerte faserverstärkte Kunststoffkomponenten in einem bereits in der Anwendung befindlichen Pressverfahren wieder zu hochwertigen 2nd-Life-Bauteilen verarbeitet werden, ohne dass eine aufwändige Entfernung der Matrix von der Faser notwendig ist. Durch sinnvolle Wahl der Fragmentgrößen und deren lastpfadgerechter Ausrichtung im Bauteil kann dabei eine höhere Festigkeit als bei anderen Recyclingverfahren erwartet werden.

 

Kontakt

Dr.

Ralf Kaun

Abteilungsleitung

Dieses Bild zeigt  Peter Middendorf
Univ.-Prof. Dr.-Ing.

Peter Middendorf

Prorektor für Wissens- und Technologietransfer

Dieses Bild zeigt  Nadine  Joop
 

Nadine Joop

Persönliche Referentin des Prorektors für Wissens- und Technologietransfer

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