Eine Uni - ein Buch

Die Universität Stuttgart liest gemeinsam „Die Physiker“

Über das Projekt

Die Universität Stuttgart liest gemeinsam ein Buch, ein ganzes Semester lang. „Was für eine verrückte Idee! Nicht irgendein Buch, sondern Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt. Ein sorgfältig ausgewähltes Buch, das zur Vision der Universität Stuttgart passt, die lautet ,Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft‘“ erklärt Dr. Simone Rehm, Prorektorin für Informationstechnologie.

Bücherecke
Damit möglichst viele Studierende und Mitarbeiter der Universität ein Exemplar von „Die Physiker“ zum Lesen in die Hände bekommen, wurden in den Foyers der Universitätsbibliothek auf dem Campus Stadtmitte und dem Campus Vaihingen die Dürrenmatt-Ecken eingerichtet. Hier stehen Exemplare des Buches zum freien Ausleihen bereit.

Das Stück Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt stellt die Frage nach der Ethik in der Wissenschaft und geht von der These aus, dass einmal Entdecktes nicht rückgängig gemacht werden kann. Im Hinblick auf die aktuelle Debatte um Künstliche Intelligenz ist die Auseinandersetzung mit dieser These und den Konsequenzen, die daraus gezogen werden können, wichtiger denn je. „Auch vor dem Hintergrund, dass sich die Universität Stuttgart der Aufgabe verschrieben hat, intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu erforschen, wollen wir mit der gemeinschaftlichen Lektüre dieses Buches alle an der Universität zu dieser Auseinandersetzung einladen und als Universität zur ethischen Dimension unserer Forschung aktiv Stellung beziehen. Über alle Einrichtungen und Fakultäten hinweg möchten wir durch das Lesen des Buchs und das Angebot verschiedener Begleitformate den Dialog zwischen Forschenden, Studierenden und den Beschäftigten aus Technik und Verwaltung anregen“, so Rehm.

Veranstaltungstermine

Die Veranstaltungstermine zum Projekt finden Sie im Veranstaltungskalender der Universität.

Veranstaltungskalender der Universtität Stuttgart

Rückblick

In Kooperation mit den Innenstadtkinos Stuttgart und dem Rise and Shine Cinema Filmverleih wurde am 14. Mai der Dokumentarfilm "Hi, AI" der deutschen Filmemacherin Isa Willinger einmalig in Stuttgart vorgeführt. Der Film zeigt durch mehrere Fallbeispiele, wie Menschen schon heute mit Künstlicher Intelligenz zusammen leben und überlässt es dem Zuschauer, sich ein Urteil über die Vor- und Nachteile dieser Technologie zu bilden. Im Anschluss an die Filmvorführung hat Dominik Rudolph vom Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart gemeinsam mit Nadine Hammele und Clarissa Henning vom Institut für Digitale Ethik der Hochschule der Medien Stuttgart und dem Publikum über ethische Fragestellungen im Umgang mit künstlicher Intelligenz diskutiert. 

 (c) Peter Himsel/Stifterverband

Auf Einladung des Stifterverbands, der Klaus Tschira Stiftung und der Wochenzeitung "Die Zeit" sind Dr. Simone Rehm, Prorektorin für Informationstechnologie (CIO), und Dominik Rudolph, Wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung, am 17. Juni nach Berlin gereist, um die Förderurkunde für das Projekt "Eine Uni - ein Buch" entgegenzunehmen. Die Universität Stuttgart wurde mit ihrem Vorhaben, Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker" zu lesen und über die Verantwortung der Wissenschaft zu diskutieren, als eine von zehn Hochschulen ausgewählt und von der Fachjury für ihre vielfältigen Veranstaltungsideen gelobt. 

Im Rahmen des ersten Stuttgarter Wissenschaftsfestivals "Smart und Clever" fand im weißen Saal des neuen Schlosses eine Podiumsdiskussion rund um die Fragen der Künstlichen Intelligenz statt. Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer tauschte sich mit Prof. Cordula Kropp und Prof. Michael Resch von der Universität Stuttgart sowie Prof. Philipp Hennig von der Universität Tübingen über Forschungsförderung, die Verantwortung der Wissenschaft und KI-Forschung in Baden-Württemberg aus. 

Die Komödie "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt wird momentan im Schauspiel Stuttgart gespielt. Im Rahmen des Projekts "Eine Uni - ein Buch" haben Studierende und Beschäftigte der Universität Stuttgart die Vorstellung am 02.07.19 besucht. Im Anschluss an die Vorstellung fand im Foyer des Schauspielhauses eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Die Physiker heute - Verantwortung der Wissenschaft" statt. Prof. Sibylle Baumbach vom Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart, Dr. Andreas Kaminski vom Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart und Jordis Emilia Herrmann von der studentischen Diskursgruppe reason[Ing.] übertrugen die Thesen Dürrenmatts auf die heutige Zeit und zogen Bezug zu aktuellen Themen wie dem Klimawandel und der Forschung an künstlicher Intelligenz. 

Förderung durch den Stifterverband

Die Universität Stuttgart hat sich erfolgreich an der Ausschreibung „Eine Uni – ein Buch“ des Stifterverbands und der Klaus Tschira Stiftung beteiligt. In einem mehrstufigen Auswahlprozess hatten sich zuvor Studierende und Beschäftigte der Universität Stuttgart für „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt entschieden und dieses Projekt bei der Ausschreibung eingereicht. Die Jury aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft hat nun das Projekt der Universität Stuttgart und neun weitere Ideen und Aktionen ausgezeichnet. Diese erhalten jeweils eine Förderung von 10.000 Euro.

Presseinformation

Kontakt

 

Dominik Rudolph

Wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT)

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