Datum: 20. Januar 2010, Nr. 07

Migration als soziale Herausforderung

Solidarisches Handeln von Antike bis Gegenwart

Probleme bei der Integration von Migranten sind nicht neu: Alle alteuropäischen Wanderungsbewegungen von der Antike bis zu den Flüchtlingsströmen nach dem zweiten Weltkrieg brachten für die aufnehmenden Gesellschaften vielfältige Herausforderungen mit sich – egal, ob sie wirtschaftlich geboten oder staatlich gelenkt waren. Wie die „Alteingesessenen“ den Neusiedlern über die Epochen hinweg begegneten, welche Siedlungsformen, Wertvorstellungen und Gebräuche sich dabei herausbildeten, untersucht eine wissenschaftliche Tagung des Stuttgarter Arbeitskreises für Migrationsforschung am Historischen Institut der Universität Stuttgart.

Zeit:     28. und 29. Januar, jeweils ab 9.00 Uhr
Ort:      Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 16, Otto-Borst-Saal
Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Epochenübergreifend lassen sich in der Auseinandersetzung mit Wanderungsbewegungen spontane wie organisierte Formen von Anteilnahme, Fürsprache, Unterstützungsmaßnahmen, Zusammenschlüssen und Solidaritätsbekundungen ausmachen: Von Stiftungen, Geldsammlungen und anderen Kollekten bis hin zum Zusammenschluss in Vereinen, Parteien und anderen Körperschaften. Entsprechende Förderungen konnten sich – aus heutiger Sicht – positiv für das Miteinander zwischen Alteingewurzelten und Zugewanderten auswirken und beispielsweise ein gesamtchristliches Verantwortungsgefühl bestärken. Sie konnten freilich auch konfliktverschärfend wirken, neue Gräben entstehen lassen und politisch instrumentalisiert werden.
In 17 Fallstudien werden die Teilnehmer der Tagung unter der Leitung der Historiker Prof. Joachim Bahlcke und Prof. Peter Scholz (beide Stuttgart) sowie Prof. Rainer Leng (Würzburg) diese Fragen diskutieren. Die Themen reichen von der Integration von Fremden im antiken Griechenland und die Migration der Vandalen über jüdische Migrantenströme, den Exodus von Hugenotten und Waldensern und französische Revolutionsflüchtlinge bis zur Integration deutschsprachiger Migranten in den Vereinigten Staaten und der Flüchtlingsversorgung in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Ziel ist es, die Leitlinien der Migration als soziale Herausforderung über die Epochengrenzen hinweg transparent zu machen.

Weitere Informationen bei Prof. Joachim Bahlcke, Historisches Institut, Abteilung Geschichte der Frühen Neuzeit, Tel. 0711/685-83442/ 82341, e-mail joachim.bahlcke@po.hi.uni-stuttgart.de sowie bei Prof. Peter Scholz, Historisches Institut, Abteilung Alte Geschichte, Tel. 0711/685-83440/ 83439, e-mail peter.scholz@hi.uni-stuttgart.de

Zum Seitenanfang