Materiefluß in der Nachbarschaft aktiver Galaxienkerne.

4. November 2019

VISUS-Forscher gewinnen zum dritten Mal Contest in Vancouver

Visuelle Analyse der Strukturbildung in der kosmischen Evolution ausgezeichnet
[Bild: VISUS]

Karsten Schatz, Christoph Müller, Patrick Gralka, Moritz Heinemann, Alexander Straub, Christoph Schulz, Matthias Braun, Tobias Rau, Michael Becher, Patrick Diehl, Dominic Marcello, Juhan Frank, Thomas Müller, Steffen Frey, Guido Reina, Daniel  Weiskopf und Thomas Ertl vom Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart (VISUS) gewannen auf der IEEE VIS 2019 in Vancouver (Kanada) den SciVis Contest 2019. Die Stuttgarter Visualisierer präsentierten ihre Arbeit „Visual Analysis of Structure Formation in Cosmic Evolution" zur Untersuchung der Strukturbildung in der kosmischen Evolution. VISUS-Forscherinnen und -Forscher konnten mit ihrer Arbeit an MegaMol bereits zum dritten Mal den IEEE SciVis Contest gewinnen (2012, 2016 und 2019).

Über die eingereichte VISUS-Arbeit

In der Arbeit „Visual Analysis of Structure Formation in Cosmic Evolution“ zeigen die VISUS-Forscher die visuelle Analyse der Strukturbildung in der kosmischen Evolution des Universums und betrachten dabei den Zeitraum der letzten fünf Millionen Jahre. Ausgangspunkt ist die direkte Visualisierung multivariater Daten, um sich einen Überblick verschaffen zu können und dann im Detail die Auswirkungen aktiver Galaxienkerne (Active Galactic Nuclei - AGNs) mit verschiedenen Visualisierungstechniken zu untersuchen, so beispielsweise mit einer angepassten Filament-Filtermethode für detaillierte Analysen von Partikelströmungen, die sich in der Umgebung von Filamenten befinden. In Rücksprache mit Astrophysikern, und nach Feedback zu den ersten hierzu entstandenen Visualisierungen, analysierten sie auch Röntgenemissionen und Sternbildungsbereiche. So konnte unter anderem die periodische Umwandlung von sternbildendem Gas zu Sternen und das daraus resultierende steigende Molekulargewicht der Partikel beobachtet werden. Dieser Vorgang ist tatsächlich fester Bestandteil der zu Grunde liegenden Simulationen, wie bei der Vergabe des Preises bekanntgegeben wurde.

Über MegaMol

MegaMol™ ist als Plattform für Visualisierungsforschung für partikelbasierte Datensätze, wie z.B. aus der Molekulardynamik, entstanden. Diese Software wurde im Rahmen des SFB 716 in Teilprojekt D.3 am Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart (VISUS) entwickelt. Die Stärke von MegaMol liegt in der interaktiven Darstellung von großen, zeitbasierten Partikel-Datensätzen und der flexiblen Komposition komplexer Visualisierungsansätze aus wiederverwendbaren Modulen. Durch sog. glyphenbasierte Darstellung ist es möglich, Datensätze mit bis zu 108 Partikeln interaktiv und zeitbasiert darzustellen.

Über die IEEE-VIS-Konferenz

Von 21. bis 25. Oktober 2019 trafen sich rund 1000 internationale Forscherinnen und Forscher aus dem Gebiet der Visualisierung auf der IEEE VIS, die dieses Jahr in Vancouver (Kanada) stattfand, um sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen und aktuelle Herausforderungen und Visionen zu diskutieren. Die Konferenz gilt als die größte und wichtigste internationale Plattform in diesem Bereich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom VIS und VISUS stellen dort regelmäßig ihre Forschungsergebnisse vor.

Ausgabe des verbesserten Filament-Detektionsalgorithmus. VISUS
Ausgabe des verbesserten Filament-Detektionsalgorithmus.
[Bild: VISUS]
Materiefluß entlang der detektierten Filamente.  VISUS
Materiefluß entlang der detektierten Filamente.
[Bild: VISUS]
Approximation der Ausbreitung von Röntgenstrahlung. VISUS
Approximation der Ausbreitung von Röntgenstrahlung.
[Bild: VISUS]
Oberflächenströmung zur Verdeutlichung der Dynamik in den Filamenten.  VISUS
Oberflächenströmung zur Verdeutlichung der Dynamik in den Filamenten.
[Bild: VISUS]
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