19. März 2020

Neues Team des Arbeitsmedizinischen Dienstes

Im Interview stellen sich Dr. med. Ursula Häuser und Bereichsleiterin Dr. med. Annegret Schumacher vom Arbeitsmedizinischen Team vor.

Seit Anfang 2020 haben Dr. med. Annegret Schumacher und ihr siebenköpfiges Team die arbeitsmedizinische Betreuung an der Universität Stuttgart übernommen. Im Untergeschoss des Campusgebäudes Pfaffenwaldring 59 können sich Beschäftigte vom Arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) betriebsärztlich beraten und arbeitsmedizinisch untersuchen lassen. Zurzeit ist das Team stark eingebunden in die Beratung der Beschäftigten und der Universitätsleitung im Umgang mit der Corona Pandemie.

Dr. med. Ursula Häuser (links) und Bereichsleiterin Dr. med. Annegret Schumacher schildern die vielseitigen gesundheitlichen Unterstützungsangebote für Beschäftigte der Universität.

Frau Dr. Häuser, Frau Dr. Schumacher, welchen ersten Eindruck haben Sie von­
Ihrem neuen Arbeitsumfeld?

Ursula Häuser (UH): Positiv sind mir gleich die großen Räumlichkeiten aufgefallen, die uns vielfältige Optionen für die Beratung und Betreuung der Beschäftigten eröffnen. Wir haben zum Beispiel jeweils ein Untersuchungszimmer für Hörtest, Sehtest, Lungenfunktionstest, EKG und für Blutabnahmen.

Der AMD ist personell und räumlich bestens für Untersuchungen ausgestattet, wie hier bei einem Hörtest.

Annegret Schumacher (AS): Hinzu kommen zwei Arztzimmer, der Wartebereich, der Assistenzbereich und der Laborbereich. Die Räumlichkeiten sind wirklich großzügig. Als besonders positiv habe ich wahrgenommen, dass die Universität für die betriebsärztliche Betreuung ihrer Beschäftigten sogar zwei Ärzte und zusätzlich Assistenzpersonal ganztags beschäftigt. Das ist herausragend im Vergleich zu anderen Universitäten und zeigt, welchen hohen Stellenwert die betriebsärztliche Betreuung in Stuttgart hat.

Für welche Bereiche der Gesundheitsvorsorge sind Sie beim Arbeitsmedizinischen Dienst zuständig?

AS: Für unsere Arbeit gibt es eine klare gesetzliche Grundlage. Wir sind zuständig für die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und haben einen gesundheitlichen Beratungsauftrag für alle Beschäftigte. Außerdem haben wir eine wichtige Schnittstelle mit dem Bereich Arbeitssicherheit, beispielsweise bei Arbeitsplatzbegehungen und bei den Gefährdungsbeurteilungen. Eine besonders wichtige Schnittstelle bildet sich in der Zusammenarbeit mit  dem betrieblichen Gesundheitsmanagement und mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement.

UH: Allgemein sind viele unserer Aufgaben gesetzlich genau geregelt. Wenn zum Beispiel Beschäftigte bestimmte Fahrtätigkeiten vollbringen oder mit Gefahrenstoffen umgehen, müssen Sie in gewissen Abständen zum Betriebsarzt, damit niemand einen Schaden erleidet. Unabhängig davon leisten wir präventive Beratungen, beispielsweise in der Ergonomie am Arbeitsplatz. So wollen wir Rückenprobleme, Nackenprobleme und Kopfschmerzen bei den Beschäftigten versuchen zu vermeiden. Eine besondere Bedeutung kommt der Beratung bei psychischen Belastungen der Beschäftigten zu, hier möchten wir anmerken, dass wir drei Ärzte im Team haben, die hier besonders viel Beratungserfahrung und Facharztqualifikationen mitbringen.

Frau Dr. Schumacher, Sie haben die Schnittstelle zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) erwähnt. Welche Hilfsangebote sind für chronisch kranke Beschäftigte möglich?

AS: Hier spielt die persönliche Beratung eine große Rolle. Wir wollen das Vertrauen der Beschäftigten gewinnen und Unterstützungsangebote gemeinsam mit ihnen entwickeln. Das können kleine Ideen sein oder manchmal sind auch Einschätzungen erforderlich, welche Tätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen noch möglich sind und welche nicht. Alle Ärzte, auch Betriebsärzte, unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht!

Welche gesundheitsfördernden Angebote für Beschäftigte planen Sie?

AS: Aktuell planen wir dezentrale Angebote für die Bildschirmvorsorge nach der ArbMedVV durch unserer Assistentin Eva Dannecker. Diese Vorsorgeuntersuchung testet das Sehvermögen und leistet einen ersten Beitrag zur Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz. Wir wollen gemeinsam mit Johanna Lönhoff vom Gesundheitsmanagement der Universität die Ergonomie-Beratungen unterstützen. Mit dem Team des Gesundheitsmanagements werden wir weitere Ideen entwickeln. Uns ist dabei das räumlich nahe Angebot innerhalb der Universität wichtig. Wir sind aber auch für Anregungen der Beschäftigten offen. Allgemein ist unser Ziel, dass sich der Arbeitsmedizinische Dienst überall vorstellt, wo es möglich ist. Wir möchten die Beschäftigten dazu einladen, sich mit allen Fragen rund um die Gesundheit am Arbeitsplatz bei uns zu melden und das gute Angebot der betriebsärztlichen Betreuung vor Ort anzunehmen.

Welche Situation ergibt sich bei Ihnen durch die Herausforderung Coronavirus?

AS: Wir beraten niederschwellig alle Fragen von Beschäftigten im privaten und dienstlichen Zusammenhang mit der Corona Pandemie. Viele Fragen betrafen zuletzt die Veranstaltungen, aber auch die Frage wie man sich im Zweifelsfall bei möglichen Kontakten verhalten soll. Unsere Ärzte sind Teil des eingerichteten Krisenstabes. Wir gehen mit der dynamischen Entwicklung mit und richten uns nach den Bedürfnissen der Universität.

Arbeitsmedizinische Dienst (AMD)

Sprechstunden    Montag bis Donnerstag, 8:00 bis 16:00 Uhr
                              Freitag, 8:00 bis 14:00 Uhr

Telefon                  0711/685-64545

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Arbeitsmedizinischer Dienst

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