Hohe Auszeichnung für Mathematikerin aus der Ukraine

Dr. Victoria Grushkovskaya wurde für ihre Arbeiten zur mathematischen Steuerungstheorie mittels nichtlinearen Differentialgleichungen mit dem Preis des ukrainischen Präsidenten für junge Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet.

Es ist nicht die erste Auszeichnung, den Dr. Victoria Grushkovskaya von ihrer ehemaligen Alma Mater entgegennimmt, der Nationalen Akademie der Wissenschaften (NAS) der Ukraine, wo sie auch promovierte. Ein Jahr zuvor erhielt die 29 Jahre alte Forscherin bereits die Ehrenmedaille für junge Wissenschaftler der NAS. Der jetzige Preis, der Grushkovskaya Ende März in Kiew feierlich überreicht wurde, würdigt ihre Arbeiten, die sich in den Jahren 2010 bis 2016 in nicht weniger als 26 wissenschaftlichen Publikationen niedergeschlagen haben. Das Thema: Probleme der Stabilisierung und Bewegungsplanung für mehrdimensionale dynamische Systeme mit unkontrollierbarer Linearisierung. Ein für Laien schwer nachvollziehbares hoch mathematisches Wissenschaftsgebiet.

Der Preis, den der Präsident der Ukraine auslobt, ist die bedeutendste wissenschaftliche Auszeichnung für junge Forschende in der Ukraine. Jährlich erhalten rund vierzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Alter bis zu 35 Jahren und aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen für herausragende Leistungen in den Natur-, Technik- und Geisteswissenschaften diesen Staatspreis. „Es ist eine große Ehre, dass meine wissenschaftliche Arbeit auf nationaler Ebene anerkannt wird“, freut sich die Mathematikerin.

Die Mathematikerin Dr. Victoria Grushkovskaya (rechts) erhielt ihr Zertifikat und ihre Ehrenplakette aus den Händen von Bildungs- und Wissenschaftsministerin Liliia Hrynevych (links). Mitte: Vice-Präsident der NAS Volodymyr Gorbulin.  (c) QHA
Die Mathematikerin Dr. Victoria Grushkovskaya erhielt ihr Zertifikat und ihre Ehrenplakette aus den Händen von Bildungs- und Wissen­schafts­ministerin Liliia Hrynevych (links). Mitte: Vice-Präsident der NAS Volodymyr Gorbulin.

Feierlicher Festakt

Die Zeremonie zur Preisverleihung fand im großen Konferenzsaal der NAS statt, dem Raum für bedeutende wissenschaftliche Veranstaltungen und besondere Festivitäten. Eröffnet wurde der Festakt vom Ersten Vizepräsidenten der NAS, Wolodymyr Gorbulin. „Es war sehr festlich und aufregend“, sagt die sympathische junge Frau lachend, die ihren Forschungs- und Lebensmittelpunkt nach Deutschland und an die Universität Stuttgart verlegt hat. Besonders freute sie sich darüber, „die Mitglieder des Komitees sowie andere Preisträger und Gäste zu treffen“.

Wissenschaftsheimat Stuttgart

Man darf davon ausgehen, dass die NAS ihre Wissenschaftlerin mit Freuden wieder bei sich willkommen hieße. Noch aber fühlt sich die Ukrainerin in Stuttgart heimisch. Ihr gefällt der Bezug der Forschung in Deutschland „zur echten Welt“. Seit knapp drei Jahren, zunächst als Humboldt-Stipendiatin, jetzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik (IST) bei Prof. Frank Allgöwer, forscht Grushkovskaya teils alleine, teils im Team weiter an den grundlegenden Problemen der mathematischen Steuerungstheorie. „Die vergangenen drei Jahre waren sehr fruchtbar und angenehm“, beschreibt sie ihr Wirken am Institut. „Das IST bietet ein perfektes Umfeld, um Forschung betreiben und wissenschaftlich wie beruflich weiterkommen zu können.“

Praktischer Nutzen der theoretischen Mathematik

Den praktischen Nutzen „ihrer“ Mathematik sieht sie, wenn ihre Regelungsverfahren in die Entwicklung mobiler Roboter oder in Fahrzeuge einfließen. Das spornt sie weiter an. Nun sei es an der Zeit, den nächsten Schritt in ihrer wissenschaftlichen Karriere zu tun. Derzeit arbeitet die mathematische Koryphäe deshalb an ihrer Habilitationsschrift. Daneben lehrt Grushkovskaya am Institut und nimmt an Konferenzen und Seminaren teil. Neben ihren Forschungsschwerpunkten in den Bereichen der mathematischen Steuerungstheorie und der nichtlinearen Dynamik rücken praxisorientierte Problemstellungen zunehmend in den Mittelpunkt. „Insbesondere arbeite ich jetzt mit Prof. Christian Ebenbauer und seinem Team an Extremwertregelungsproblemen. „Wir haben bereits einige wichtige Ergebnisse in dieser Richtung erzielt. Außerdem arbeite ich mit Prof. Alexander Zuyev vom Max-Planck-Institut in Magdeburg an der Entwicklung nichtlinearer Regelungsverfahren zur Hindernisvermeidung.“

Dr.

Victoria Grushkovskaya

Postdoc am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik (IST)

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