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Besuch der Ausstellung "Im digitalen Labor"

Wissenschaft von ihrer schönsten Seite

Unter dem Motto „Durch Computersimulation die Welt verstehen“ führt die Wissenschaftsausstellung „Im digitalen Labor“ vom 9. Mai bis 30. Juli in die Welt der Computersimulation ein. Mit all den farbenprächtigen Bildern kommt sie einer Kunstaustellung nahe. Der Ort, an dem die Forschung aus der Universität mitten im Leben präsentiert wird, könnte nicht besser gewählt sein: Im Planetarium in Stuttgart staunen derzeit täglich die Besucher über das, was Simulation heute alles zu leisten vermag.

Entwicklung und Methoden von Computersimulationen
Die Ausstellung von zwei großen Forschungsverbünden der Universität Stuttgart, dem Sonderforschungsbereich 716 Dynamische Simulation von Systemen mit großen Teilchenzahlen und dem Exzellenzcluster Simulation Technology, informiert anschaulich und verständlich über die Entwicklung, Methoden und Funktionsweisen der Computersimulation und stellt Anwendungsbeispiele aus den verschiedensten Forschungsgebieten vor. Auf die Beine gestellt wurde sie von Nora Hieronymus und Lisa Pietrzyk, beide für die Öffenlichkeitsarbeit der Forschungsverbünde verantwortlich.

Referenten waren schnell gefunden
Vonseiten des Planetariums seien sie bei ihrer Nachfrage um eine Präsentationsfläche für das „Digitale Labor“ gleich auf Begeisterung gestoßen, erzählen die Organisatorinnen, und auch an den Uni-Instituten war das Interesse da. Angesichts der vielen Projekte – 18 beim SFB 716, allein 70 bei SimTech – sei ihnen die Auswahl allerdings nicht leichtgefallen. Für die Vortragsreihe, die parallel zur Ausstellung in verschiedene Bereiche der Simulation einführt, fanden sich schnell Referenten.

Hier lassen sich Simulationen durch Gesten steuern. (c) Max Kovalenko
Hier lassen sich Simulationen durch Gesten steuern.

Anwendungen aus verschiedensten Forschungsgebieten
Simulationen ermöglichen den Blick in die Zukunft. Sie helfen, wenn Dinge zu klein, zu schnell oder zu langsam sind, um sie zu sehen. Und auch bei gefährlichen Versuchen oder wenn diese zu teuer würden, kommen sie zum Einsatz. So sind zum Beispiel innerhalb der 48-monatigen Entwicklungszeit für den Prototyp eines Autos pro Woche sage und schreibe 1.000 Simulationen notwendig. Ob Umwelt und Natur, ob neue Materialien, Maschinenbau, Medizin oder Biotechnik – Computersimulationen sind überall gefragt. Wie breitet sich ein Medikament im Körper aus? Wie entstehen Wolken am Berg? Wie verhält sich eine Flüssigkeit in einer Turbine? Die Computersimulation gibt Antworten.

Möglichkeit zum Mitmachen
„Die Ausstellung ist einfach super“, sagt die Besucherin Petra Zaiser-Rempfler und zeigt lachend auf ein Strichmännchen, das gerade noch etwas breitbeinig auf dem Monitor marschierte, nach einer kleinen Anpassung nun aber leichtfüßig dahin schreitet. Wer sich hier in die Welt der Computersimulationen aufmacht, ist nicht nur eingeladen zum Schauen, sondern auch zum Selbermachen. Zum Beispiel dort, wo gezeigt wird, wie der Mensch am Computer simuliert werden kann. Eine Besucherin erzählt, ihr Sohn, der an der Uni Stuttgart arbeitet, habe die Eltern mitgenommen, um ihnen zu zeigen, mit was er sich tagtäglich beschäftigt.

Besucher sind fasziniert
In einer verdunkelten Kammer im Zentrum der Ausstellung ziehen auf dem Monitor kleinste Teilchen bunte Bahnen. Hier wird simuliert, auf was bei der Bearbeitung von Metall durch einen Laserstrahl zu achten ist, damit die ausgeschleuderten Teilchen keinen Schaden anrichten. Steuern können das die Besucher selbst – durch Gesten mit den Händen. „Voll krass“, finden das zwei Jugendliche. „Hochinteressant“, urteilt Alfred Mühleisen über die Ausstellung. Dem pensionierten Lehrer für Mathe, Physik und Informatik gefällt, was er hier sieht.

Wie bei der Ausstellung, so sind die Zuhörer auch bei den Vorträgen dazu eingeladen, sich einzubringen, mit den Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren. Während der Ausstellung wird im Vorprogramm einiger Vorstellungen in der Kuppel des Planetariums ein Film zum Thema Computersimulationen gezeigt.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. 

 

Station zum Thema mathematische Modellierung. (c) Max Kovalenko
Station zum Thema mathematische Modellierung.

Rahmenprogramm

Mittwoch, 21. Juni 2017, 18:30 Uhr
Jun.-Prof. Dr. rer. nat. Syn Schmitt, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft, und Prof. Oliver Röhrle, Institut für Mechanik (Bauwesen), Universität Stuttgart: „Menschen am Computer simulieren. Wie Simulationen laufen lernen“

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:30 Uhr
Prof. Dr. rer. nat. Daniel Weiskopf, Visualisierungsinstitut, Universität Stuttgart: „3D-Visualisierung planetarischer Nebel“

Mittwoch, 26. Juli 2017, 18:30 Uhr
Prof. Dr.-Ing. Michael Resch, Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS), Universität Stuttgart: „Zur Wissenschaftstheorie der Simulation. Welche Rolle Simulationen für die Gesellschaft spielen“

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Lisa Pietrzyk

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit