Ein Erfahrungsbericht

Erasmus+ Personalmobilität in Paris

Teilnahme an der Staff-Week zur Förderung der Französisch-Kompetenz an der Université Sorbonne Nouvelle.

Zum ersten Mal wurde in neuem Rahmen an der Université Sorbonne Nouvelle ein einwöchiger Intensivkurs für interessierte Französisch-Lernende aus dem wissenschaftlichen Bereich angeboten. Von 20.-24. Mai 2019 trafen sich insgesamt über 40 Teilnehmende aus ganz Europa und aus unterschiedlichen Fachrichtungen in Paris, um gemeinsam ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, oder um erstmalig in Kontakt mit der französischen Sprache zu treten. Betreut wurden die Lernenden dabei von drei hochmotivierten SprachtrainerInnen, die sich in drei Gruppen – abhängig vom jeweiligen Sprachlevel – für einen individuellen Fortschritt aller TeilnehmerInnen engagierten.

Université Sorbonne Nouvelle - Paris 3 (c) Stefan Bayer
Université Sorbonne Nouvelle - Paris 3

Die Kurseinheiten fanden täglich von 9:00-13:00 Uhr statt, wobei das Hauptaugenmerk darauf gelegt wurde, alle Teilnehmenden auf ihrem persönlichen Sprachniveau abzuholen und zum aktiven Sprechen in ungezwungener Atmosphäre zu bringen. Zu diesem Zweck wurde neben kurzen Grammatik-Übungen vor allem die mündliche Kommunikation gefördert und gefordert. Mehr Sprachsicherheit und einen größeren Automatismus zu gewinnen stand hierbei im Fokus.

Thematisch wurde ebenso versucht, auf die Wünsche aller einzugehen, weshalb zu Beginn ein Brainstorming durchgeführt wurde, um die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der Woche abzustecken. Dabei fiel die Wahl auf die französische Kultur und das tägliche Leben in Paris. Hierfür wurden in unserem Kurs von der Trainerin Übungen ausgewählt, mittels derer die Geschichte Frankreich, administrative Gliederung des Landes und das kulturelle Leben der französischen Hauptstadt erarbeitet und diskutiert werden konnten. So wurde beispielsweise über französisch Künstler und deren Kunstwerke gesprochen, oder auf das vor allem in der Musik und Literatur stets präsente Thema der Liebe eingegangen.

Ebenso interessierte die französische Geschichte und vor allem der stetige Wandel der einzelnen Arrondissements der Stadt, was deshalb besonders interessant war, weil diese ja zum Teil auch im nachmittäglichen Kulturprogramm besichtigt wurden. Dies wurde zudem von den Teilnehmenden durch Impressionen zu den Gemeinsamkeiten und – teilweise sehr deutlichen – Unterschieden zu ihren Heimatstädten ergänzt, wodurch sich sehr lebhafte Gespräche immer in Französisch entwickelten, sodass ein steter Sprachfortschritt aktiv und passiv ermöglicht wurde.

Opéra Garnier, Paris (c) Stefan Bayer
Opéra Garnier, Paris

Auch abseits der Kurseinheiten gab es die Möglichkeit, an einem freiwilligen Kulturprogramm teilzunehmen, in dessen Rahmen nicht nur das Quartier Latin – die Heimat der historischen Université de la Sorbonne – besucht wurde, sondern auch die imposante Opéra Garnier, das bekannte Parfum-Museum Fragonard und das weltbekannte Musée du Louvre. Allerorts zeigte sich dabei die Faszination, die vom Charme und der Schönheit der Stadt ausgeht und alle TeilnehmerInnen beeindruckte. Daneben bestand freilich ebenso die Möglichkeit, Paris in Eigenregie zu erkunden, was alle Kursteilnehmer – teils auch in der Gruppe – wahrnahmen, sodass auch untereinander eine rege Sprachpraxis in Französisch möglich war und vielfältig genutzt wurde.

Am ersten Tag wurde vor Beginn des Kurses ferner ein kleines, französisches Frühstück organisiert, bei dem sich die TeilnehmerInnen das erste Mal kennenlernen und Erwartungen, Wünsche und selbstverständlich die eigene Motivation für den Besuch der Staff-Week ausgetauscht werden konnten. Einen Höhepunkt bildete für alle Teilnehmenden auch der gemeinsame Brunch. Hierfür wurde von den Organisatoren vorab um die Mitnahme einer ‚Kostprobe aus der Heimat‘ gebeten. Es war eine Herausforderung, gerade diese fremden Dinge, auf Französisch zu präsentieren.

Die Möglichkeiten, die sich im Rahmen einer Erasmus+ Mobilität ergeben, kann ich abschließend allen Interessierten nachdrücklich empfehlen, zumal neben einer persönlichen Weiterbildung auch der Kontakt zu anderen Universitäten und Hochschulen in Deutschland und Europa dadurch ermöglicht und gefördert wird. Eine Vernetzung über den Aufenthalt hinaus, wurde nachhaltig befördert.

Der Erfolg der Staff-Week in Paris ließe sich wohl kaum besser beschreiben, als mit der Verabschiedung der Kursteilnehmer am letzten Tag des Mobilitätsprogramms: kaum hörte man ein „Au revoir”, fast ausschließlich aber „À la prochaine!” – Bis zum nächsten Mal!

Ein Erfahrungsbericht von Stefan Bayer
Institut für Literaturwissenschaft, Romanische Literaturen I

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