Ein Erfahrungsbericht

Staff Exchange nach Lund

Besuch des TU9 Consortiums für Hochschuldidaktik an der Lunds Tekniska Högskola (LTH), Schweden 2018.

Die vergleichsweise kleine Arbeitseinheit „Genombrottet“ (deutsch „Durchbruch, Erfolg“) an der Fakultät für Maschinenbau der Universität Lund genießt einen weltweiten Ruf als Vordenkerin für die Entwicklung von Lehren und Lernen im Hochschulkontext. Die Arbeitseinheiten für Hochschuldidaktik aus dem TU9-Verbund waren daher sehr erfreut über eine Einladung in das winterliche Lund im Dezember 2018.

Ausgesprochen wurde die Einladung durch Katharina Mårtensson, Torgny Roxå und Thomas Olsson. Der viertägige Besuch wurde durch die Hochschuldidaktik der Universität Stuttgart koordiniert und an allen beteiligten Hochschulen des TU9-Verbundes durch Erasmus+ finanziell unterstützt. Für die Universität Stuttgart nahmen Simone Loewe und Thorsten Braun an der Personalmobilität teil.

Im Zentrum der vier Tage stand die Frage, wie sich an Universitäten und Hochschulen mit Fokus auf ingenieurwissenschaftliche Forschung und Lehre ein positiver Kulturwandel der Lehre denken und umsetzen lässt. Nach wie vor spielt die Bewältigung der Bologna-Reform dabei eine wichtige Rolle, für uns allerdings nicht aus einer strukturellen oder organisatorischen Perspektive. Vielmehr ging es darum, wie Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert und mit Blick auf die drängendsten Fragen unserer Gesellschaften am besten gelingen kann. Einen wichtigen Beitrag, den die Hochschuldidaktik dabei leisten kann, ist die Unterstützung von Studierenden und Lehrenden bei der Bildung von „Communities of Practice“ für die Bewältigung von aktuellen Herausforderungen der Hochschullehre auf Ebene des Lehr- und Studienalltags. Solche „Communities of Practice“ bringen Lehrende mit gemeinsamen Herausforderungen in der Lehre zusammen und bilden kreative Keimzellen für innovative, studierendenzentrierte und zukunftsfähige Lehre. Forschungsbasierung der Lehre spielt dabei eine wichtige Rolle – gemeint ist damit der reflexive, forschende Blick auf die tatsächlichen Lernprozesse von Studierenden im Hochschulunterricht.

Diese beiden Themen der Hochschuldidaktik, „Communities of Practice“ und evidenzbasierte Lehre, standen in den vier Tagen im Mittelpunkt. Die enge Zusammenarbeit profitierte von dem jahrelangen Engagement der Gastgeber in der International Society for Scholarship of Teaching and Learning und der Praxiserfahrung aus weltweiten Entwicklungsprojekten zur Hochschullehre.

Der Ablauf des Besuchs bestand aus intensiven Gesprächen mit Fokusgruppen verschiedener Arbeitsabteilungen (Genombrottet, AHU Central Office for Educational Development, Centre fo Engineering Education). Zudem hatten die Gäste die Gelegenheit, an einer örtlichen Konferenz zur Hochschullehre im Maschinenbau (10:e LTHs Pedagogiska Inspirationskonferens) aktiv teilzunehmen und einen  Beitrag beizusteuern („High Quality Assessment and Measurement of Competency in Engineering Education“).

Für Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung im Bereich der Ingenieursausbildung ist Lund eine der besten Adressen weltweit. Das liegt neben der langjährigen Erfahrung und Expertise sowie ihrer führenden Stimme in den wissenschaftlichen Diskursen auch an der herzlichen Offenheit und unkomplizierten Bereitschaft zum Austausch über Grenzen, Disziplinen oder Hochschulformen hinweg. Nach den vier Tagen endete ein intensives Geben und Nehmen und mit besten Eindrücken kehrten die Gäste nach Deutschland zurück.

Neben der inhaltlichen Arbeit war natürlich auch der persönliche und herzliche Austausch auf zwischenmenschlicher Ebene ein wichtiger Ertrag der Reise – sowohl mit Blick auf die schwedischen als auch deutschen Kolleginnen und Kollegen. Nicht zuletzt hatte auch die unkomplizierte und effiziente Unterstützung bei der Antragstellung durch die Arbeitsstelle für Personalmobilität der Universität Stuttgart einen wichtigen Anteil daran, dass der Staff Exchange nach Lund ein voller Erfolg werden konnte. Von der Fördermöglichkeit dieses innereuropäischen Austauschs Gebrauch zu machen, kann nur vorbehaltslos empfohlen

Ein Erfahrungsbericht von Thorsten Braun
Ansprechpartner für die Fakultäten 1, 5, 9 und 10 für den Bereich Hochschuldidaktik
Zentrum für Lehre und Weiterbildung

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