Datum: 21. Mai 2010, Nr. 50

MINT-Kolleg stützt Technische Studiengänge

KIT und Universität Stuttgart erhalten Zuschlag für ihre individualisierten Kurse zur Förderung der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Hochqualifizierter Nachwuchs ist die Voraussetzung für die künftige Bedeutung des Hightech-Standorts Baden-Württemberg. Um mehr Abiturienten zu einem Fachstudium zu animieren und die Rate der Studienabbrecher von bis zu 40 Prozent deutlich zu senken, haben KIT und Universität Stuttgart das "MINT-Kolleg Baden-Württemberg" gegründet. Für ihr gemeinsames Konzept, das ab Wintersemester 2011/2012 angeboten wird, erhielten die beiden Forschungseinrichtungen vom Land jetzt 900.000 Euro Anschubfinanzierung.

Die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik müssen attraktiver werden, will man genügend Studierende für ein technisch naturwissenschaftliches Studium gewinnen. Unter G8 / G9 Absolventen und Studierenden gelten diese Fächer aber als insgesamt „zu schwer“. Mit einem individuell ausgerichteten Schnupperstudium für Interessierte wollen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Stuttgart nun Abhilfe schaffen. Im Rahmen des Programms „ Studienmodelle individueller Geschwindigkeiten“ haben die beiden Forschungsinstitutionen ein gemeinsames Konzept entwickelt, das auf einem flexiblen, eng mit dem Fachstudium verzahnten propädeutischen Studium basiert. Es wird mit einer Summe von 900.000 Euro für drei Jahre gefördert.

Das MINT-Kolleg Baden-Württemberg setzt auf Individualisierung durch Flexibilisierung und Fokussierung. „Orientierung“, „Förderung“ und „Entschleunigung“ heißen die Kernbausteine. Die Orientierung soll eine fundierte Wahl des MINT-Faches ermöglichen, das den individuellen Fähigkeiten am meisten entspricht. Geplant ist auch die Möglichkeit zu einem Einstufungstest. Im Rahmen des Bausteins Förderung trainieren die Studierenden schon vor dem eigentlichen Studienbeginn und anschließend begleitend während des 1. und 2. Semesters essentielle Kompetenzen und Arbeitsmethoden. Die Säule Entschleunigung soll das Studium entzerren, indem spätere Studienmodule und Praktika vorzeitig absolviert werden können. Anteil und Dauer eines jeden Bausteins dieses Maßnahmenpakets wird individuell auf die Studierenden abgestimmt. Hinzu kommt eine regelmäßige Erfolgskontrolle. Eine Kollegphase kann zwischen sechs Wochen und zwölf Monaten dauern. Dies zeigt, wie exakt sie auf die Bedürfnisse der Studentin oder des Studenten zugeschnitten ist.

Das Kolleg soll die individuellen Stärken der Teilnehmer zutage fördern, damit er oder sie am Ende das MINT-Fach wählen kann, das den eigenen Fähigkeiten und Neigungen am besten entspricht. Ferner soll die Kollegphase dabei helfen, Lücken zu schließen und das Studium insgesamt besser zu strukturieren. Dies ist um so wichtiger, als die Anforderungen an zukünftige MINT-Absolventen stetig wachsen. Ein weiteres Ziel besteht darin, den Anteil von Frauen, Berufstätigen und Bildungsausländern unter den MINT-Absolventen deutlich zu erhöhen. Gerade auch die besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppen sind deshalb im Maßnahmenpaket des MINT-Kollegs Baden-Württemberg berücksichtigt.

Dazu wird am KIT das „Redtenbacher-Kolleg“, an der Universität Stuttgart das „Carl von Bach-Kolleg“ gegründet. Die Namen erinnern an die Pioniere des wissenschaftlichen Ingenieurstudiums in Karlsruhe und Stuttgart.

 

Die Universität Stuttgart mit rund 20.000 Studierenden pflegt ein interdisziplinäres Profil mit Schwerpunkten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Ihre herausragende Stellung als weltweit vernetzte Forschungsuniversität spiegelt sich unter anderem im Exzellenzcluster „Simulation Technology“ und der Graduiertenschule „Advanced Manufacturing Engineering“.

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