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Datum: 14. Juni 2010, Nr. 56

Erfolgreicher Architekturnachwuchs

Studierende der Uni Stuttgart siegen bei Wettbewerben

Die Fakultät für Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart ist nicht nur eine der größten in der Bundesrepublik, sie bildet ihre Studierenden zudem noch mit sichtbarem Erfolg aus: Bei mehreren aktuellen Wettbewerben liegen die Stuttgarter Nachwuchsarchitekten ganz vorne. Mit innovativen Ideen und Konzepten gingen unter anderem der Architekturpreis des „ Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft“ sowie der Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2010 an Studierende der Uni Stuttgart.

Manchmal wird Mut belohnt: Für ihr Zwischenlösungskonzept der städtebauliche Aufwertung eines rund 40 Hektar großen Geländes in Berlin-Moabit erhielten die beiden Stuttgarter Studenten Felix Yaparsidi und Valentin Ott  vom Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens (IRGE) den Architekturpreis 2010 vom „Kulturkreis der deutschen Wirtschaft verliehen“ – honoriert mit 5.000 Euro. Ihr Entwurf „Instant Kiez“ bietet ein kreatives Konzept, wie der künftige Stadtteil („Europacity“) bis zu seiner geplanten Fertigstellung 2050, ideal für Freizeit, Wirtschaft und Kultur genutzt werden kann. Und damit wichen die beiden Stuttgarter Studenten von der gestellten Wettbewerbsaufgabe ab, die vielmehr nach einem finalen Konzept suchte. Yaparsidi und Ott analysierten die Voraussetzungen und stellten Probleme bei der Integration der jetzigen Bewohner und angrenzenden Quartiere in den geplanten neuen Stadtteil fest. Daher erschien es ihnen sinnvoller, einen Beitrag für die „Zwischenzeit“ zu entwickeln, der die Identität des Quartiers fördert und flexibel auf künftige Entwicklungen reagieren kann. So wurde das künftige Hafenbecken zunächst zum Freibad umfunktioniert und eine Go-Kart-Bahn auf einer alten LKW-Wendeschleife angelegt. Die Jury, zu der auch Vertreter der Besitzer des Geländes gehören, lobte den Entwurf als „ richtungsweisendes Experiment“. Im Rahmen dieses Studierendenwettbewerbs gingen noch zwei weitere Förderpreise in Höhe von jeweils 2.000 Euro an die Uni Stuttgart: Gundula Geising und Anne Jauch wurden für ihren Entwurf „Hoch3“ belohnt ebenso wie Charlotte Eller und Florian Krampe für ihr Konzept „Zwischen-Raum“, alle ebenfalls vom IRGE (Lehrstuhl Prof. Markus Allmann, Betreuer: Dipl.-Ing. Bettina Klinge und Dipl.-Ing. Matthias Both).

Auch beim renommierten „Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2010“, der von „ bauforumstahl“ und dem Deutschen Stahlbau-Verband DSTV gemeinsam ausgelobt wurde, waren Studierende der Universität Stuttgart äußerst erfolgreich. Den 1.Preis gewannen für ihre Semesterarbeit „ BIOCLIMATICenter" Thomas Geiß, Christian Hahn, Claudia Kaufmann, Christopher Kieser und Michael Schnell, betreut vom Institut für Baukonstruktion 2 (Betreuer: Prof. Stefan Behling, Dipl.-Ing. Gunter Hauf und Dipl.-Ing. Stefan Robanus). Grundidee ist ein Informationszentrum für bioklimatisches Design und erneuerbare Energien. Die Faszination des Entwurfes besteht aus einer adaptiven zweischaligen Fassade aus beweglichen „Kaleidozykeln" mit integrierter Photovoltaik. Darüber hinaus vergab die Jury einen Sonderpreis für „Venice Hub" an Stefanie Hickl und Thomas Quisinsky, ebenfalls Institut für Baukonstruktion 2 (Betreuer: Prof. Stefan Behling, Prof. Werner Sobek). Im Rahmen des „Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2010“ ging auch der 2. Preis an die Uni Stuttgart: Ausgezeichnet wurde das Projekt „Porta Alpina" von Gundula Geising, Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (Betreuer: Prof. Jan Knippers, Dipl.-Ing. Julian Lienhard, Dipl.-Ing. Andreas Wolfer). Hier wurde ein Transportsystem vorgestellt, das Besucher vom Gotthardbasistunnel im Berginneren zunächst mit einem Aufzug bis zur Oberfläche bringt. Von dort führt der Weg zum Gipfel mit Gondeln in einer transparenten Röhre. Für die Semesterarbeit „Splish Splash“ – den Entwurf eines Spas am Max-Eyth-See – erhielt die studentische Arbeitsgruppe mit Antonia Hauser, Florian Kaiser, Florian Krampe, Guobin Shen und Christopher Voss betreut vom Institut für Baukonstruktion 2 (Betreuer: Prof. Stefan Behling, Dipl.-Ing. Jörg Hieber und Dipl.-Ing. Thomas Müller) zudem ein Lob der Jury.

In dem Studierendenwettbewerb „Detaching from Architecture“, ausgeschrieben von der 16. Internationalen Konferenz „Open and Sustainable Building“ in Bilbao, überzeugten ebenfalls gleich mehrere Teams der Uni Stuttgart die Jury: Jeweils einen dritten Platz belegten Dou Tong und Sun Miao (Projekttitel: „Dynamic Open structure“) sowie Jasmin Egerter und Vivien Stoffers (Projekttitel: „Infinite loop – a new concept for living and working“), alle vier vom Institut Wohnen und Entwerfen der Uni Stuttgart. Tong und Miao gingen in ihrem Entwurf besonders auf den begrenzten Wohnraum in den großen Städten Ostasiens ein und geben eine kreative Idee zur Multifunktionalität von Räumen durch flexible Wände. Die Leitidee des Konzepts von Egerter und Stoffers ist eine spiralförmige Verzahnung von Wohnen und Arbeiten innerhalb eines Gebäudes, das auf dem Prinzip einer unendlich erweiterbaren Doppelhelix beruht: So entstehen Bausteine in verschiedenen Variationen und die jeweiligen Gebäudetypen lassen
sich für diverse städtische Situationen verwenden. Die experimentellen Entwürfe wurden von Prof. Thomas Jocher, Dr. Sigrid Loch und Dipl.-Ing. Torsten Blatter betreut.

Weitere Informationen bei:
Bettina Klinge, Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens, Tel. 0711/685-83260, e-Mail: bettina.klinge@irge.uni-stuttgart.de

Stefan Robanus, Institut für Baukonstruktion, Tel. 0711/685 - 83986, e-Mail: stefan.robanus@ibk2.uni-stuttgart.de

Dr. Sigrid Loch, Institut Wohnen und Entwerfen, Tel. 0711/685-84206, e-Mail:
sigrid.loch@iwe.uni-stuttgart.de

 (c)
Felix Yaparsidi und Valentin Ott vom Institut für Raumkonzeption und Grundlagen des Entwerfens der Universität Stuttgart, Sieger des Architekturpreis 2010 vor ihrem Entwurf „Instant Kiez“. Foto: Dominik Butzmann
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