Vortrag zur Zukunft der Universität

Vision: Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Daten-integrierte Simulationswissenschaften

© Universität Stuttgart | Quelle: YouTube

Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur

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Über 200 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Informationsveranstaltung „Die Zukunft der Universität“ teil, zu der Prof. Wolfram Ressel die Beschäftigten der Universität Stuttgart am 12. Oktober eingeladen hatte. Der Rektor stellte die Vision für die Zukunft der Universität Stuttgart vor: „Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Ressel betonte, dass mit intelligenten Systemen mehr als nur technische Systeme gemeint seien, auch Sprache und gesellschaftliche Systeme seien zum Beispiel darunter zu verstehen.

Mit dem Film des bei der Exzellenzstrategie erfolgreichen Clusters „Daten-integrierte Simulationswissenschaften“ startete der Rektor seinen Vortrag und stimmte die Zuhörerinnen und Zuhörer entsprechend ein. Den Film des Clusters „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ zeigte er zum Abschluss.  

„Wir wollen Vordenker sein. Wir glauben, dass wir dafür aufgestellt sind, mit starken Fachbereichen an der Universität. Wir waren in den letzten Jahren extrem erfolgreich!“, so Ressel. Dies belegten zum Beispiel die hohe Zahl an Sonderforschungsbereichen und zahlreiche Verbundprojekte, die Forschungsfabrik ARENA2036 sowie der hohe Anteil an Drittmitteln.

Sechs strategische Ziele, die uns den Weg weisen (c) Universität Stuttgart
Sechs strategische Ziele, die uns den Weg weisen

Der Uni-Rektor erläuterte, was noch in den einzelnen Bereichen zu leisten ist, damit die Universität ihre Ziele erreichen kann. Viele der genannten Punkte wurden in SWOT-Analysen, Beratungen und Gesprächsrunden innerhalb der Universität erarbeitet.   

Forschung

Das Forschungsprofil soll weiter durch einen höheren Anteil anwendungsorientierter Grundlagenforschung gestärkt werden. Als Zielmarke nennt Ressel für DFG-Drittmittel 33 Prozent, bisher liegt der Anteil bei 25 Prozent (2017). Mehr Potential sieht der Rektor zudem in den Publikationsleistungen, die noch erhöht und sichtbarer gemacht werden könnten. Auch das Transferpotential solle besser ausgeschöpft werden. „Hier müssen wir noch einiges tun.“ Geplant ist zum Beispiel ein Gründungs- und Innovationszentrum. „Auch bei ERC-Grants können wir uns noch besser aufstellen. Und die strategische Zusammenarbeit mit externen Partnern ist ausbaufähig. Der eigens hierfür gegründete Kooperationsrat soll dabei unterstützen.“ Auch das 2016 gestartete Cyber Valley nennt Ressel als Stichwort.

Lehre und Weiterbildung

Mit Blick auf die inzwischen sinkenden Studierendenzahlen sagt der Uni-Rektor: „Wir müssen Maßnahmen, um Studierende anzusprechen, optimieren.“ Die Universität hat zahlreiche innovative Projekte im Bereich Lehre aufzuweisen „wir haben seit 2011 35 Mio Euro für Projekte eingeworben“. Speziell für die Studieneingangsphase wurde das MINT-Kolleg Baden-Württemberg und das Programm QuaLIKiSS entwickelt. Dieses Engagement spiegelt sich in der in Evaluationen und Rankings angegebenen hohen Zufriedenheit der Studierenden wieder. Als Optimierungen im Bereich Lehre und Weiterbildung nennt Wolfram Ressel folgende Punkte: Stärkung der forschungsorientierten Lehre, Verbesserung der Betreuungsrelation, Ausschöpfung des Digitalisierungspotenzials und Verstärkung im Bereich Entrepreneurship. „Zudem wollen wir das gesellschaftliche Engagement von Studierenden weiter ausbauen und die Mobilität fördern, z. B. durch eine verbesserte Anerkennung von im Ausland erworbenen Leistungen. Darüber hinaus soll eine Studierendenakademie für leistungsstarke Studierende aufgebaut werden.

Third Mission

Als sogenannte Third Mission, ergänzend zu Forschung und Lehre, ist auch die Interaktion mit der Gesellschaft eine Aufgabe der Universität. Diese erfüllt die Universität Stuttgart auf vielfältige Weise, zum Beispiel mit den hochkarätigen Veranstaltungen des IZKT, mit den Change Labs, den Reallaboren, mit dem Orchester, der Kinderuni, dem Begegnungsraum für Geflüchtete, der Teilnahme am March for Science und vielem mehr. Auch dieses Engagement soll ausgebaut und weiterentwickelt werden, erklärt der Rektor. Mit der IBA2027 (Internationale Bauausstellung) stehe ein großes, auf zehn Jahre angelegtes Experimentierfeld für den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern bereit. Ein weiteres Beispiel ist das 2019 erstmalig stattfindende Wissenschaftsfestival in Kooperation mit der Stadt.

Strategieentwicklungsprozess und weitere Herausforderungen

Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Fortführung des Strategieentwicklungsprozesses, der seit 2014 läuft. Viele verschiedene Menschen der Universität haben sich hier engagiert und dazu beigetragen, dass die strategischen Grundlagen und Ziele für die Zukunft konkret formuliert werden konnten. So besteht ein breiter Konsens an der Universität zu dem Prozess.

Auch die Weiterentwicklung der Konzepte und Angebote in Bezug auf Personalentwicklung, Gleichstellung, Diversität und Familienfreundlichkeit steht auf der Agenda.

„Bei den Arbeitsbedingungen sind wir noch nicht überall da, wo wir hin wollen.“ Um hier weiter zu kommen, startete die Universität 2018 das Programm „Schritt für Schritt zu digitalen Prozessen“, durch das Verwaltungsabläufe optimiert werden sollen. Es stehen Sanierungen und Modernisierungen an, wie zum Beispiel die des Naturwissenschaftlichen Zentrums (NWZ) und der Neubau eines Entrepreneurship-Centers. Auch eine entsprechende Forschungsinfrastruktur muss bereitstehen, mit dem Großgerätepooling könnte dies ermöglicht werden. Bei all diesen Prozessen soll eine Stärkung der Kommunikation für noch mehr Transparenz sorgen. Zudem möchte Wolfram Ressel die direkte Mitarbeiterkommunikation zum Beispiel über den Rektorbrief intensivieren.

Exzellenzstrategie

Mit „Daten-integrierte Simulationswissenschaften“ (SimTech) und „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ (IntCDC) war die Universität in der 1. Förderlinie mit zwei Exzellenzclustern erfolgreich. „Zwei Projekte, das ist ein großartiges Ergebnis für Stuttgart!“, betont Wolfram Ressel. 57 Exzellenzcluster erhalten Fördergelder, ursprünglich waren nur 50 geplant. 12 der Projekte sind in Baden-Württemberg beheimatet. Für den Titel Exzellenzuniversität sind insgesamt 19 Universitäten berechtigt, einen Antrag zu stellen. Um diesen Titel wird sich auch die Universität Stuttgart bewerben. Die Anträge müssen bis zum 10. Dezember 2018 abgegeben werden. Die Entscheidung fällt im Juli 2019.

„Wir haben die Chance den Titel Exzellenzuniversität zu erlangen!“ bekräftigt der Rektor der Universität, „ich möchte den ansteckenden Teamspirit im Rahmen der Antragsstellung der Cluster auf die Universität übertragen. Packen wir das gemeinschaftlich an!“

Dieses Bild zeigt Ressel
Prof. Dr.

Wolfram Ressel

Rektor der Universität

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