Frau + Informatik = Erfolg

Vortrag von Aya Jaff

Aya Jaff. (c)
Aya Jaff.

Aya Jaff, die zu den bekanntesten Nachwuchspro­grammiererinnen Deutschlands zählt, war am 23. November zu Gast an der Universität Stuttgart. Auf Einladung des Trans­regionalen Sonderforschungsbereichs Quantitative Methoden für Visual Computing (SFB-TRR 161) und des Service Gender Consulting sprach die 22-Jährige über Ihren Weg als Frau in der Informatik.

Programmcode als Universalsprache

Der Programmcode, für Aya Jaff ist er die künftige Universalsprache und die Schnittstelle zwischen Software und der Welt. Deshalb will sie auch dazu beitragen, die Jugend für das Programmieren zu begeistern – Vorbild sein.  

Wer Selfies mache und Texte poste, betont sie, sei noch lange kein Digital Native. Als 14-Jährige hat Aya Jaff mit dem Programmieren begonnen. Sie gründete Programmierclubs, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, entdeckte OpenSource-Projekte und war schon als Schülerin Technikvorstand (CTO) bei „Tradity“, einem Börsenplanspiel, das jungen Leuten Wissen über Wirtschaft, Finanzen und Börse vermittelt. 

Viele Stipendien für Frauen in der Informatik

Fast nirgends gebe es so viele Möglichkeiten, sich um Stipendien und Unterstützung zu bewerben, wie für Frauen in der Informatik, sagte Aya Jaff und legte den Zuhörerinnen ans Herz, sich umzuschauen und zu bewerben. Sie selber brachte ein Stipendium von „Women Who Code“ im letzten Jahr für sieben Wochen an die Draper-University im Silicon Valley. Dort wurde ihr gar ein Job bei Hyperloop Transportation Technologies angeboten, einem Unternehmen, das an Hochgeschwindigkeitstransportsystemen arbeitet.

An eigenen Ideen arbeiten

Auf Konferenzen gehen, Kontakte knüpfen, war ein weiterer Rat der jungen Frau. Dort könne man sich von neuen Projekten und Themen inspirieren lassen und dann an seiner eigenen Idee arbeiten, etwa an einer „coolen Webseite“. Beste Möglichkeiten, um Arbeitserfahrung zu sammeln, böten Start-ups, erklärte Aya Jaff – und neben tollen Projekten bekommen dort die Programmiererinnen und Programmierer auch eine gute Bezahlung.

Ihr Wirtschaftsinformatik-Studium hat Aya Jaff wieder abgebrochen. Zu wenig Programmierpraxis hat sie darin vorgefunden, wie sie bedauernd feststellen musste. Jetzt studiert sie Sinologie und Ökonomie an der Friedrich Alexander Universität in Erlangen-Nürnberg und arbeitet als Head of Communications am Gründerzentrum Zollhof in Nürnberg.