#sciencedate: Promotion und ich?

Das Projekt „Talente für die Promotion“ des Gleichstellungsreferats.

„Es ist es nicht nur meine Aufgabe, sondern auch mein persönliches Anliegen, die guten und sehr guten Absolventinnen und Absolventen von Masterstudiengängen zu ermuntern, sich mit einer Promotion an der Universität Stuttgart weiter zu qualifizieren“, erklärt der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Thomas Ertl. „Und natürlich wollen wir insbesondere junge Frauen ansprechen, denn die Universität Stuttgart strebt an, den Anteil der Doktorandinnen zu erhöhen.“

Wie die Noten an der Universität Stuttgart beweisen, ist die Leistung der Studierenden geschlechtsunabhängig. Doch der Frauenanteil bei den Promotionen beträgt nur knapp über 25 Prozent. Viele weibliche Talente gehen der Forschung und Wissenschaft verloren.Die Universität Stuttgart hat genug Potential, mehr weibliche Talente für die Promotion zu gewinnen“, ist Prof. Nicole Radde, die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Stuttgart, überzeugt. Deshalb startete das Gleichstellungsreferat mit dem Projekt „Talente für die Promotion“ die Initiative zur Konzeption einer systematischen Gewinnung von mehr Frauen für die Promotionsphase an der Universität Stuttgart und griff damit auch die Empfehlung des Universitätsrats auf, wirksame Maßnahmen zur Erhöhung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses auszuarbeiten und umzusetzen.

Gefragt sind hohe Leistungsmotivation und Durchhaltevermögen

Verantwortlich für die Konzeption und Koordination des Projekts „Talente für die Promotion“ ist Irina Kohlrautz vom Gleichstellungsreferat. Sie organisierte Ende Januar eine erste Informations- und Vernetzungsveranstaltung „#sciencedate: Promotion und ich?“. Ziel der Veranstaltung war es, in den Dialog mit leistungsstarken Master-Studentinnen zu treten und die Promotion als eine Berufs- und weitere Qualifizierungsoption aufzuzeigen. In dem Vortrag „Soll ich promovieren?“ von Silke Hell, Psychologin, Buchautorin und Personalentwicklerin für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Promotionsphase an der Universität Konstanz, ging es beispielsweise darum, die Mythen rund um das Thema Promotion zu beseitigen. Sie zeigte auf, welche wichtigen persönlichen Voraussetzungen für die Promotion frau mitbringen sollte, wie Begeisterung für eine wissenschaftliche Fragestellung, inspirierende Ideen, Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, Eigeninitiative und nicht zuletzt Durchhaltevermögen.

Die Wissenschaftlerin Nadine Walker fungierte als Gruppenmoderatorin. (c) Gleichstellungsreferat
Die Wissenschaftlerin Nadine Walker fungierte als Gruppenmoderatorin.

Motive und Bedenken

Die Teilnehmerinnen reflektierten ihre Motive für die Promotion und äußerten ihre Sorgen, Bedenken und Fragen im Austausch mit erfahrenen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen. Viele Fragen kreisten um die Themen Planbarkeit der Promotionsphase,  berufliche Perspektiven nach der Promotion und um die Vereinbarkeit mit der Gründung einer Familie.

Podiumsdiskussion mit den Role Models. (c) Gleichstellungsreferat
Podiumsdiskussion mit den Role Models.

Authentische Erfahrungsberichte

Auch eine Podiumsdiskussion mit fünf bereits promovierten Frauen – Dr. Tanja Blascheck, Prof. Nicole Radde, Dr. Marianne Richter, Dr. Ann Tank, Dr. Lena Wagner – und mit der Doktorandin Henriette Röger war Teil der Veranstaltung. Die authentischen Erfahrungsberichte dieser Role Models über ihren Weg in, durch und nach der Promotion – welche Highlights es gibt, aber auch welche Herausforderungen es zu bestehen gilt – haben viele Impulse gesetzt und die jungen Frauen inspiriert.

Irina Kohlrautz war als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Betriebswirtschaftlichen Instituts tätig und mehrfach Mentorin für promotionsinteressierte Studentinnen im Rahmen von „StartScience“. Im Gleichstellungsreferat war sie zunächst für die Mentoring-Programme zuständig, nun ist sie verantwortlich für das Projekt „Talente für die Promotion“. (c)
Irina Kohlrautz war als wissenschaft­liche Mit­arbeiterin des Betriebs­wirt­schaft­lichen Instituts tätig und mehr­fach Mentorin für pro­motions­interessierte Stu­dentinnen im Rahmen von „StartScience“. Im Gleich­stellungs­referat war sie zu­nächst für die Mentoring-Pro­gramme zuständig, nun ist sie ver­ant­wortlich für das Projekt „Talente für die Promotion“.

„Die Veranstaltung hat den hohen Austausch- und Dialogbedarf der Promotionsinteressierten gezeigt“, erklärt Irina Kohlrautz. Sie steht im engen Kontakt zu GRADUS. „Für den Sommer planen wir eine gemeinsame Veranstaltung.“

Zusammenarbeit mit Instituten und Fakultäten

Bei der Entwicklung von Maßnahmen zur nachhaltigen Gewinnung von leistungsstarken, interessierten und hochmotivierten Frauen für die Promotion an der Universität Stuttgart legt Irina Kohlrautz großen Wert auf den Austausch mit Instituten und Fakultäten. In der Pilotphase hat sie eng mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Instituten der Fakultät 10 gearbeitet. Gemeinsam haben sie unter dem Einsatz der Design-Thinking-Methode Interviews mit der Zielgruppe durchgeführt, um die Bedarfe und Herausforderungen zu analysieren. Dieser Prozess soll in Kürze mit weiteren Fakultäten geplant und realisiert werden.

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