Saeed Amidi zündet Gründungsfeuerwerk

Fulminanter Start der neuen Veranstaltungsreihe „Speaker Series“.

Da flogen die Invest- und Return-Zahlen in Millionenhöhe nur so durch die Luft, als Saeed Amidi, Legende aus Silicon Valley und Gründer des weltberühmten Plug & Play Accelerators von seinen weltweit erfolgreichen finanziellen Engagements in innovative Gründungsaktivitäten schwärmte. Amidi war am 14. Februar 2020 herzlich willkommener Referent der Auftaktveranstaltung des neuen Formats „Speaker Series“, das die Universität Stuttgart künftig zusammen mit dem Forschungscampus ARENA2036 und dem Entrepreneurship-Veranstalter STARTUPAUTOBAHN ausrichtet. Prof. Peter Middendorf, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer, zeigte sich in seiner Begrüßung sichtlich erfreut, das neue Format mit einem international so ausgewiesenen Entrepreneurship-Experten und -Visionär zu starten. Und der Prorektor behielt Recht mit seiner Ankündigung: „Er wird für einen fulminanten Start sorgen!“

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Strahlende Gesichter zum Start der neuen Veranstaltung (von rechts): Prof. Peter Middendorf mit Saeed Amidi, Prof. Alexander Brem, Leonardo Uriona und Peter Fröschle.

Vorbild Stanford University

Der neuen Veranstaltungsreihe an der Universität Stuttgart prophezeite Amidi eine rasante Entwicklung: So startete vor 20 Jahren die Standford University eine „Speaker Series“ zum Thema Entrepreneurship, heute sei es dort eine wöchentliche Veranstaltung, bei der sich Redner wie Steve Jobs und Bill Gates die Türklinge in die Hand gäben.

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Gebannte Mienen bei den Zuhörenden.

Vor einem gebannten Auditorium von etwa100 gründungsbegeisterten Besuchern zählte Amidi sodann zahlreiche Success Story-Beispiele seiner Weggefährten auf, die es mitunter innerhalb von nur vier Monaten von der Gründung bis zum Börsengang schafften. Er selbst sei mit 19 Jahren, nachdem seine Familie im Zuge der iranischen Revolution alles verloren hatte, als Unternehmer durchgestartet: „Ich konnte mir niemals vorstellen, als Angestellter zu arbeiten.“ Heute könne er sich auf sein „Hobby“ des Plug & Play Accelerators konzentrieren. Mit einem globalen Netz von 35 Büros engagiere er sich in 17 Technik- und Industriebereichen und investiere jährlich in 1200 Start-ups.

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Alumni Leonardo Uriona, CEO EKU Power Drives, berichtete über seinen Startup-Erfolg.

Erfolgreiche Gründung aus der Universität Stuttgart

Ergänzt wurde der Beitrag von Amidi durch eine Präsentation von Leonardo Uriona, Alumnus der Universität Stuttgart bolivianischer Herkunft. Gemeinsam mit zwei kreativen Freunden, mit denen er bereits im Rahmen der Formula Student im Rennteam und Greenteam der Universität Stuttgart zusammengearbeitet hatte, gründete Uriona das EKU Power Drives. Die Firma, die umweltfreundliche gaselektrische Antriebssysteme für mobile, industrielle Anwendungen mit hohen Antriebsleistungen entwickelt, startete mit einem Büro in der Technologie-Transfer-Initiative (TTI GmbH) der Universität Stuttgart. Heute beschäftigt sie auf zwei Kontinenten über 50 Angestellte. Außer Startfinanzen bezeichnete Uriona Commitment, Fokus und Engagement als Grundlagen des Erfolgs. Zudem genüge es nicht, eine unternehmerische Vision zu haben, vielmehr sei es die besondere Herausforderung, diese Vision verständlich auf den Punkt zu bringen und eindringlich zu kommunizieren.

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Prof. Alexander Brem kündigte zahlreiche Entrepreneurship-Aktivitäten der Universität Stuttgart an.
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Schlussrunde moderiert von Dr. Ackermann (rechts im Bild). Mit dabei Startupcoach, Veranstalter und Unternehmer Dan Ram (zweiter von rechts).

Schluss-Panel mit Prof. Alexander Brem und Überraschungsgast Dan Ram

An der Abschlussdiskussion nahmen neben den Referenten auch Alexander Brem, neuer Institutsleiter und Professor für Entrepreneurship in Technologie und Digitalisierung an der Universität Stuttgart, und als Überraschungsgast der Startup-coach, Veranstalter und Unternehmer Dan Ram teil. Der Moderator Dr. Clemens Ackermann, Forschungskoordinator der ARENA2036, führte in die Diskussion mit der Frage ein: Kann man eigentlich Unternehmer lernen? Konsens war die Antwort, dass für den unternehmerischen Erfolg neben dem Feuer, das in einem brennt, auch ein unterstützendes Ecosystem vorhanden sein müsse. Der polyglott aufgewachsene Dan Ram ergänzte, von Vorteil sei auch die Kenntnis unterschiedlicher Kulturen und Traditionen: „Die Fähigkeit, die Welt aus unterschiedlicher Perspektiven zu sehen, steigert die Kreativität enorm.“

Prof. Peter Middendorf resümierte den gelungene Auftakt: „Die Veranstaltungsreihe Speaker Series wird künftig zur vitalen Ausgestaltung der Gründungskultur auf unserem Campus beitragen.“

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Gründer-Präsent für den Stargast überreicht von Dipl.-Ing. Markus Blandl vom Institut für Flugzeugbau.

Bango - eine Gründungsidee als Gastgeschenk
Passend zum Thema überreichte Prof. Middendorf als Gastgeschenk das Produkt einer Ausgründung aus seinem Institut für Flugzeugbau (IFB). Markus Blandl und Gerd Falk haben Ende 2012 die Innfa GmbH gegründet und sind unter dem Motto „Soundkultur trifft Pappkultur“ mit einem neuartigen Soundsystem in einem schlichten Pappkarton auf dem Markt. „Mit eigenen Produkten und Entwicklungen, wie dem Bango versuchen wir vor allem die enormen Vorteile von Faserverbund-Technologien auch in bisher eher unbekanntem Terrain, wie der Akustik, in den Fokus zu rücken“, so Markus Blandl.

Bango – die Erfindung:  Je höher die Steifigkeit eines Materials im Verhältnis zu seinem Flächengewicht, desto höher die Schallgeschwindigkeit in dessen Struktur. Bango ist ein Verteiler für Schallfrequenzen. Die extrem steifen und festen CFK- Strukturen dienen der Einleitung von Schwingungen in Membranformationen.

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