Marsch für die Freiheit der Forschung

March for Science: Kundgebung für die Wissenschaft.

In vielen Städten in Deutschland und weltweit fanden am vergangenen Wochenende, 14./15. April, Kundgebungen und Demonstrationen für die Freiheit der Forschung statt. Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich auch zum March for Science in Stuttgart auf dem Schillerplatz versammelt und warben dafür, dass auch künftig, die Freiheit der Wissenschaft gewahrt bleibt. Die Beweggründe, warum Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler und Befürworter der freien Forschung und Lehre auf die Straße gehen und für ihre Sache trommeln, sind vielfältig: Fake News, Vertrauens­schwund, der den Wissenschaften entgegenschlägt, Verständnisschwierigkeiten, weil viele nicht wissen, was die Wissenschaft eigentlich macht oder Protest gegen schlechte Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre.

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Integre Suche nach Wahrheit auf Basis des Grundgesetzes

Die Rektoren der Universitäten Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel, und Hohenheim, Prof. Stephan Dabber sowie der Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten vom Karlsruher Institut für Technologie, Prof. Alexander Wanner, traten als Redner auf. Auch eine Wissenschaftlerin der Universität Heidelberg, Dr. Radhika Puttagunta, und der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Waldemar Kindler, trugen ihre Statements vor und nahmen an der Podiumsdiskussion teil, die Thomas Durchdenwald von der Stuttgarter Zeitung moderierte. Sie thematisierten Stärken und Notwendigkeiten in der derzeitigen Wissenschaftslandschaft. Es gehe um die integre Suche nach der Wahrheit und um eine gute wissenschaftliche Praxis, unbeeindruckt von potenziellen unredlichen Angeboten. Deshalb brauche es allgemeingültige Normen und Regeln, die die Zusammenarbeit zwischen Förderern und Forschenden klar definiert. Im Klartext: Inhalte einer Stiftungsprofessur oder Qualitätsstandards einer Promotion dürfen nicht die Stifter oder ein förderndes Unternehmen bestimmen, sondern Universität und Promotionsausschuss. Mehrfach verwiesen die Rednerinnen und Redner auf Artikel 5 des Grundgesetzes, in dem Freiheit von Forschung und Lehre geregelt ist.

Wirtschaft und Gesellschaft müssen an der Forschung teilhaben, waren sich die Redner einig. Ein Zusammenspiel sei dringend notwendig. Alarmierend daher: Nur jeder zweite Deutsche vertraut laut einer Umfrage der Wissenschaft. Gleichzeitig besteht ein starker Wunsch danach, dass wissenschaftliche Prozesse transparent gemacht werden.

Gesunde Neugier der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Radhika Puttagunta vom Uniklinikum Heidelberg lobte in ihrem Statement den Wissenschaftsstandort Deutschland und Stuttgart, wo man den Nutzen verstehe, den Wissenschaft stifte. Es gehe aber darum, noch besser zu werden. „Ich bin Wissenschaftlerin, weil ich neugierig bin“, sagte sie und erinnerte an kleine Kinder, die naturgemäß neugierig sind. Diese Neugier gelte es auch im Erwachsenenalter wach zu halten. Die Gesellschaft spiele dabei eine wichtige Rolle, weil sie beschließt, wie und in welche Richtung sie die nächste Generation ausbilden möchte. „Unsere Auswahl entscheidet darüber, welche wissenschaftliche Richtung Deutschland einschlägt und welche Ergebnisse das Land in den kommenden Jahrzehnten erzielen wird.“

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