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Graduierten-Akademie der Universität Stuttgart

GRADUS: Für Promovierende, Postdocs und Junior-Professuren

Anfang 2018 hat die Graduierten-Akademie GRADUS an der Universität Stuttgart den Status einer zentralen Einrichtung erhalten. Seit Mitte März leitet Dr. Jürgen Hädrich die Akademie, deren Selbstverständnis darin besteht, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. „GRADUS soll künftig aus den drei Säulen Qualifizierung, Beratung und Mentoring bestehen“, erklärt Hädrich.

Verschiedene Zielgruppen im Fokus

Bisher waren die Promovierenden die einzige Zielgruppe. Nun sollen als weitere Zielgruppen Postdocs und Junior-Professorinnen und Professoren, insbesondere aus dem Tenure-Track Programm, angesprochen werden. Das neue Konzept für GRADUS sieht vor, Angebote für diese drei Gruppen auszuweiten und in das Programm der Akademie zu intergieren.

Aufbau eines Mentoring Programms

Die Graduierten-Akademie möchte Mentoring-Programme aufbauen, die sich an Männer und Frauen richten und den Schwerpunkt auf der Qualifizierung für die spätere Tätigkeit haben. Zunächst ist die Einrichtung eines Mentoring-Programms für Junior-Professuren geplant, später dann auch für Postdocs und Promovierende. „Wir wollen ein Pool von Mentorinnen und Mentoren aufbauen“, so Hädrich.

Neue Seminarangebote

Die Seminare für die Promovierenden werden von der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (KWW) organisiert. Zukünftig übernimmt die KWW diese Aufgabe auch für die Seminare der weiteren Zielgruppen. Die Teilnahme soll nicht wie bisher nur für GRADUS-Mitglieder, das heißt die Graduierten-Kollegs wie GSaME und SimTech möglich sein, sondern auch den individuell Promovierenden, den Postdocs und Junior-Professorinnen und Professoren offenstehen. Ab Herbst soll es erste Kurse für Postdocs geben.

Die Universitätsleitung strebt an, dass Qualifizierungsseminare und -programme nicht nur auf eine wissenschaftliche Karriere zugeschnitten sind, sondern auch für außeruniversitäre Bereiche. Der Akademie-Leiter erklärt: „Je früher sich die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler überlegen, wo sie hinwollen, desto besser können sie sich darauf vorbereiten.“ Die Seminarauswahl und -inhalte werden an die Zielgruppen angepasst, sie sollen entsprechende Schlüsselqualifikationen erhalten, sogenannte ‚transferable Skills‘. Wie stelle ich ein Team zusammen? Wie führe ich Mitarbeitende? Wie mache ich gutes Projektmanagement? Wie schreibe ich einen Antrag für die DFG oder wie kann ich mich bei der Gremienarbeit einbringen? Das sind Themen, die in den Seminaren unter anderem behandelt werden.

Insgesamt sollen mehr Kurse angeboten und eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen erreicht werden. Bisher gab es hauptsächlich zweitägige Workshops. Weitere Formate, wie Informationsveranstaltungen, die sich an eine größere Teilnehmerzahl richten, sind vorgesehen. Geplant sind zum Beispiel Infoveranstaltungen und Beratungen zur Karriereplanung. Für die Beratung zum Themenfeld Promotion ist Dr. Iris Steidle von GRADUS zuständig.  

Austausch mit Graduiertenkollegs und Fakultäten

Jürgen Hädrich möchte die Zusammenarbeit mit den Graduierten-Kollegs stärken und intensivieren. „Wenn wir wissen, was die Einrichtungen brauchen, können wir unsere Angebote entsprechend anpassen.“ Nicht jedes Kolleg muss ein komplett eigenes Programm zusammenstellen. So könnte GRADUS auch Teile einer Summer School anbieten, die auch für  andere Promovierende und Postdocs offen sein könnte. „Die Idee ist, dass die überfachlichen Qualifikationen von GRADUS bereitgestellt werden.“

Auch mit den Dekanen möchte Hädrich in Kürze Gespräche führen: „Es ist wichtig zu wissen, welche Bedarfe es für die jeweiligen Zielgruppen gibt, um zu entscheiden, welche Angebote sinnvoll sind.“

Verwaltung der Promovierendendaten

Ein weiterer großer Aufgabenbereich von GRADUS besteht darin, die komplette Verwaltung der Daten der Promovierenden zu übernehmen. Dies geschah bisher über die Fakultäten und das Dezernat III Studium und Promotion. Nun sollen die Daten zentral über C@mpus von GRADUS erfasst und betreut werden. Jürgen Hädrich steht zu diesem Thema im Austausch mit den Fakultäten. „Nicht jede Fakultät muss die gleichen Prozesse durchführen, wir können flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse der Fakultäten eingehen. Langfristig bedeute die Umstellung eine Entlastung“, hofft er.

Seit Mitte März leitet Dr. Jürgen Hädrich die Graduierten-Akademie GRADUS.  (c) Regenscheit
Seit Mitte März leitet Dr. Jürgen Hädrich die Graduierten-Akademie GRADUS.

Dr. Jürgen Hädrich, 47, hat an der Ruhr-Universität Bochum Philosophie studiert und an der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich Kulturgeschichte, Technik- und Medizingeschichte promoviert.
Er hat an der Jungen Akademie in Berlin zur Förderung der Wissenschaften als Programmleiter Wissenschaft das Weiterbildungskonzept der Akademie mitentwickelt. Darüber hinaus war er als systemischer Coach tätig. Zuletzt übernahm er an der Universität Heidelberg Aufgaben in den Bereichen Weiterbildung und Forschungsförderprogramme. Nun freut er sich, in Stuttgart zu sein. Auch von der Universität ist er beeindruckt: „Es gibt viele Forschungsbereiche und viele Sonderforschungsbereiche. Jede Fakultät ist sehr gewichtig“

Dr.

Jürgen Hädrich

Leitung GRADUS