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Studieren – Engagieren – Verändern!

Vorstellung der Studierendenprojekte und Podiumsdiskussion im Rahmen der Stuttgarter Change Labs

Die Stuttgarter Change Labs sind ein fakultät­über­greifendes Projekt der Uni­versität Stuttgart mit der Pro­rektorin für Lehre und Weiter­bildung Prof. Cathleen Kantner als Ver­antwortliche der Hoch­schul­leitung.         Das Projekt wird vom Ministerium für Wissen­schaft, For­schung und Kunst Baden-Württem­berg gefördert.

Zukunftsfähig?! Wie können wir als Universität gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen? – unter diesem Motto hatten die Stuttgarter Change Labs zusammen mit der Hochschulgruppe Greening Stuttgart am 10. Mai zur Diskussionsrunde am Campus Stadtmitte geladen. Zugleich war der Termin die Gelegenheit, um die im Sommersemester geförderten Studierendenprojekte vorzustellen.

Die Erwartungen wurden übertroffen
„Wir sind vollkommen überwältigt“, sagt Lena Fliegl, die verantwortlich für die Gesamtkoordination der Stuttgarter Change Labs ist. Erst im Januar  sind sie und ihr Team gestartet, um das Thema Nachhaltigkeit an der Universität publik zu machen und Studierende fakultäts- und einrichtungsübergreifend bei der Umsetzung und Planung von Projekten zu unterstützen. Für das Sommersemester hatten sich nun erstmals Studierende mit ihren Initiativen um eine Förderung bewerben können – 29 kreative Ideen wurden eingereicht. „Dieses Interesse hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen“, sagt Lena Fliegl. Der Jury sei die Auswahl schwer gefallen, betont sie und ermuntert alle, die jetzt kein Glück hatten, dennoch Beratung und Vernetzungsmöglichkeiten der Stuttgarter Change Labs zu nutzen.

Lauter tolle Projekte
Die zwölf ausgewählten Projekte sind bunt: sie nehmen sich dem Bau von Schulen in Tansania, Ghana und Kenia an und bringen die Bürger Stuttgarts mit Geflüchteten zusammen oder dem Neckar näher. Sie haben den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln im Blick, fördern den Austausch unter den Fachgebieten und laden zum Gärtnern auf dem Campus ebenso ein wie zur Umnutzung von Parkplätzen in der Stadt und schicken ein Lastenrad mit Elektro-Anhänger auf Tour.

Ist die Uni zukunftsfähig?
Die Diskussionsrunde um die Zukunftsfähigkeit der Universität Stuttgart und deren nachhaltige Entwicklung in Forschung, Lehre und Betrieb im Hörsaal im neunten Stock des KI war gut besucht. Der Leiter des Rektoratsbüros der Universität Stuttgart, Dr. Michael Waldbauer, hob hervor: „Das Engagement von Studierenden ist gewollt.“ Das Leitbild der Uni sei ein starkes Statement für Nachhaltigkeit, dies gelte es nun weiter mit Leben zu füllen. „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni und die hier ausgebildeten Absolventen erbringen darüber hinaus großartige Forschungsleistungen, die wertvolle Beiträge zu Umwelt und Nachhaltigkeit darstellen und auch bei vielen internationalen Projekten Umsetzung finden", so Waldbauer. Dr. Simon Meisch, Mitglied im Beirat für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Tübingen, wies darauf hin, dass Nachhaltigkeit weder durch einen Top-down- noch einen Bottom-up-Ansatz realisiert werden könne. Entscheidend sei die Gesprächskultur – „vernetzen und wertschätzen ist ein guter Weg“, sagte er.

„Die Stuttgarter Chance Labs sind ein gutes Format, das aber auch Gehör finden sollte“, erklärte Taalke Wolf. Die Studentin, die lange nach dem für sie passenden Projekt gesucht hat, ist inzwischen bei der Hochschulgruppe Greening Stuttgart aktiv und wusste von so mancher unglücklich verlaufenen Suche nach den richtigen Ansprechpartnern zu berichten. Sich engagieren, das sei ja nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß, brachte Dominik Rudolph vom Team der Stuttgarter Change Labs in die Diskussion ein.

Stimmungsbild unter dem Publikum zur Frage: Wo steht die Uni in Bezug auf Zukunftsfähigkeit?
Stimmungsbild unter dem Publikum zur Frage: Wo steht die Uni in Bezug auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit?

Das Potenzial ist da!
Die Aufgabe des Ministeriums sei es, Impulse zu geben, Ideen zu unterstützen, sagte Dr. Anna Christmann, Referentin beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Aus der Diskussionrunde nahm sie als Anregung mit, den positiven Beispielen einer nachhaltigen Entwicklung an Universitäten zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, sie als Vorbilder zu präsentieren. Der Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart, Prof. Michael Resch, arbeitet mit seinem Team an einem Nachhaltigkeitskonzept mit dem Ziel der Zertifizierung 2018. Die Erkenntnisse daraus sollen der Universität wie auch anderen Rechenzentren zur Verfügung gestellt werden. „Unis sind nachhaltig auf lange Zeit angelegt“, sagte Resch, und über all den kurzfristigen Projekten sollten die langfristigen nicht vergessen werden.

Das Fazit nach drei Stunden: Zukunftsfähig? An der Uni ist das Potenzial dazu vorhanden. Lena Fliegl freut sich zusammen mit ihrem Team: „Wir sehen uns in unserer Arbeit bestätigt.“

 

Lena Fliegl

Gesamtkoordination Stuttgarter Change Labs