Campusbienen produzieren 54 Kilo Honig

Studierende der Universität Stuttgart kümmern sich auf dem Campus Vaihingen um ein Bienenhaus. Wir von der Hochschulkommunikation haben sie bei der diesjährigen Honigernte begleitet.

Es summt und brummt, hunderte Bienen fliegen in die Stöcke hinein und krabbeln wieder heraus. Im Bienenhaus am Waldrand auf dem Campus Vaihingen stehen vier Bienenstöcke, um die sich der Arbeitskreis Campusbienen das ganze Jahr kümmert. Im Sommer fällt die Honigernte an. Es ist das jährliche Highlight der rund zehn aktiven Mitglieder des Arbeitskreises der Studierendenvertretung stuvus.

Bienenhaus auf dem Campus Vaihingen (c)
Das Bienenhaus auf dem Campus Vaihingen.

Einer von ihnen ist Patrick Martin. Er studiert SimTech an der Universität Stuttgart und ist seit etwa zwei Jahren im Arbeitskreis. Vorsichtig hebt er den Deckel des ersten Stocks an. Darin krabbeln die Bienen wild durcheinander über die Waben. Mit langsamen Bewegungen holt Martin die erste Wabe aus dem Stock, schüttelt die vielen Bienen ab und schaut sie sich genauer an. „Sobald der Großteil der Wabe mit einem Wachsdeckel überzogen ist, eignet sie sich zur Honigernte“, erklärt der 24-Jährige.

Am Imkern gefällt ihm, dass es in der Natur stattfindet und entschleunigt: „Die Arbeit mit Bienen ist ein super Ausgleich zum stressigen Alltag.“ Außerdem ist es ihm wichtig, Bienenvölker zu erhalten und zu pflegen. Etwa einmal in der Woche trifft sich der AK Campusbienen und sieht regelmäßig nach den Bienen. „Wir schauen, ob sie sich gut vermehren und gesund sind, oder ob wir zum Beispiel mit Zuckerwasser zufüttern müssen.“

3 Fragen an... Patrick Martin

Quelle: YouTube

Bienen verteidigen sich nur im Notfall

Je tiefer wir in den Stock vordringen, desto unruhiger werden auch die Bienen. Und nach kurzer Zeit fliegen sie im gesamten Bienenhaus wild umher, krabbeln über unsere Finger und Haare. Aber es sind keine aggressiven Tiere, sie verteidigen sich nur im Notfall mit ihrem Stachel. So auch als Martin versehentlich eine Biene zwischen seinem Finger und der Wabe einklemmt. Routiniert zieht ihm ein Kollege den Stachel aus der Wunde. Jetzt heißt es mit Handschuhen weiterarbeiten: „Die anderen Bienen würden die freigesetzten Pheromone riechen und werden davon angezogen.“

Studierenden schmelzen alte Wachsreste ein (c)
Die Studierenden schmelzen alte Wachsreste ein, um daraus zum Beispiel Kerzen zu machen.

Wichtig ist den Studierenden, dass sie sorgfältig und sparsam mit den Erzeugnissen der Bienen umgehen. Deshalb lassen sie Altwachs-Reste in der Sonne schmelzen, sammeln das geschmolzene Wachs in einem Behälter und verwenden es wieder. „Daraus können wir Kerzen oder Wachstücher machen, die wir dann verkaufen“, so Martin.

Fleißige Bienen: 54 Kilo Honig geerntet

Nach rund einer Stunde sind alle Waben eingesammelt und wir bringen sie in die Räume von stuvus auf dem Campus Vaihingen. Dort öffnen wir die Wachsschicht auf den Waben mit einer großen Gabel, damit der Honig in der Schleuder herausfließen kann. Abdeckeln nennen die Imker diesen Vorgang. Sogleich fließt uns der klebrige Honig über die Finger und es duftet nach Bienenwachs. Die abgedeckelten Waben kommen in die vorbereitete Honigschleuder und nach wenigen Sekunden fließt der Honig aus der Schleuder durch ein Sieb in einen großen Eimer. Von dort füllen wir ihn in Gläser ab und beschriften die Etiketten.

Der AK Campusbienen bei der Honigernte (c)
Mitglieder des AK Campusbienen bei der Honigernte.

Rund 54 Kilogramm kommen zusammen. „Damit sind wir vollkommen zufrieden“, sagt der SimTech-Student. Offiziell verkauft wird der Honig noch nicht. Oft verschenken ihn die Studierenden innerhalb der Studierendenvertretung als kleines Dankeschön für die viele ehrenamtliche Arbeit. Wer den Honig der Campusbienen erwerben möchte, kann dem Arbeitskreis eine E-Mail schreiben.

Am Ende des Tages klebt der Honig an Werkzeugen, Tischen und Fingern. Um für die nächste Ernte vorbereitet zu sein, befreien die Studierenden alle Geräte von der klebrigen Masse – zum Glück ist Honig wasserlöslich.

Der AK Campusbienen freut sich über weitere bienenbegeisterte Studierende. Unabhängig des Studiengangs können sich alle Interessierten per E-Mail melden.

Impressionen von der Honigernte

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