20 Jahre WAREM

Das Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung (IWS) feiert seinen erfolgreichen internationalen Studiengang

Schon vor Jahren erkannte der inzwischen emeritierte Professor und Lehrstuhlinhaber am Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung (IWS) Helmut Kobus, wie wichtig es ist, Lehre und Forschung zu internationalisieren. Dieses Ziel verfolgte er in seinem Fachbereich mit Verve, Beständigkeit und Erfolg: 1997 ging dann WAREM (Water Resources Engineering and Management) an den Start, ein englischsprachiger, viersemestriger Studiengang, mit dem Stuttgart seinen Ruf als Universität von Weltrang weiter stärkt und ausbaut.

Prof. Silke Wieprecht, Lehrstuhlinhaberin für Wasserbau und Wassermengenwirtschaft am IWS, ist seit 2008 Kurskoordinatorin und verantwortlich für WAREM. Ihr macht die Arbeit mit Studierenden aus aller Welt sichtlich Freude: „Ich mag diese Aufgabe sehr.“

Ernste Töne schlug Rüdiger Heidebrecht von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) bisweilen an. „Zwei von drei Menschen steht schon im Jahr 2025 nicht genügend Wasser zur Verfügung“, berichtete der Ansprechpartner für Bildung und Internationale Zusammenarbeit.

Aus allen Winkeln der Welt waren die Alumni angereist, um diesen Tag mitzufeiern und ehemalige Weggefährten zu treffen. (c) Roeder
Aus allen Winkeln der Welt waren die Alumni angereist, um diesen Tag mitzufeiern und ehemalige Weggefährten zu treffen.

Work Hard, Play Hard

Bengalische Musik, Stimmengewirr, Wiedersehensfreude und viele Erzählungen der Studierenden und Ehemaligen – die WAREM Gemeinde versteht es, in bester angelsächsischer Tradition hart zu arbeiten, aber auch ausgelassen zu feiern. Besonders aus Freude über zwei Jahrzehnte des mittlerweile allseits anerkannten Studiengangs. Berührend war die Erzählung des aktuellen Studierenden Aron Negusse Asfaha aus Eritrea. „Nie werde ich vergessen, als ich gegen Mitternacht im Internet-Café meine Mails abrief und las, dass ich ausgewählt wurde für das Studium.“ Daraufhin riskierte Aron auf der Flucht sein Leben. Ausgezehrt, aber glücklich kam er in Stuttgart an. Bald hatte er einen kleinen Job an der Uni, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Davor hatte er sein Hab und Gut in Eritrea verkauft, um für Stuttgart über ein kleines Startkapital zu verfügen. „Jetzt habe ich viele Visionen“ erzählt er und strahlt.

WAREM als Leitmotiv für den Berufsweg

„WAREM hat den Berufsweg unserer Alumni stark beeinflusst“, betont Silke Wieprecht. Der Kolumbianer Andres Herkrath beispielsweise ging nach dem Studium zurück in seine Heimat und freut sich, „Vieles von dem, was ich in Stuttgart gelernt habe, kann ich in meinem Land anwenden.“

We are Family

„Die Ehemaligen-Familie wächst und gedeiht überall auf der Welt, und wir versuchen, mit allen in Kontakt zu bleiben“, so Wieprecht. Allen Alumni gemeinsam ist ihre tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit für die Zeit in Stuttgart, die neben beruflichem nicht selten auch zu privatem Glück geführt hat. Der Rumäne Vlad Rojanschi und die Kanadierin Candice Youngm, beides WAREM -Absolventen, haben mittlerweile zwei Kinder und leben in Kanada.

Fördergelder für Studierende und nachhaltige Projekte

Waren es im ersten Jahr noch 20 deutsche und 20 ausländische Studierende, so sind deutsche ‚Waremianer‘ unterdessen klar in der Minderheit. Für Projekte bzw. Studierende ohne Stipendium, die in diesem Jahr erstmals 1.500 Euro pro Semester zahlen müssen, versuchen Silke Wieprecht und Anne Weiß neue Geldquellen aufzutun. Auch die Alumni, nicht selten in führenden Positionen, sind zu Spenden aufgerufen. „Die Fördergelder sollen zur Unterstützung finanzschwacher WAREM Studierenden und nachhaltiger Projekte in deren jeweiligen Heimatländern verwendet werden, beispielsweise im Rahmen einer Masterarbeit", so Wieprecht und Weiß.

Trinkwasserbrunnen als Geburtstagsgeschenk

Ein nachhaltiges Geschenk zum 20-jährigen Geburtstag haben die WAREM Verantwortlichen erdacht: ein Trinkwasserbrunnen. Zur symbolischen Grundsteinlegung versammelten sich die Feiernden auf dem Vaihinger Campus, dort wo einst das Übergangsgebäude von WAREM beheimatet war. Sie setzten damit ein deutliches Zeichen für all die damaligen, heutigen und zukünftigen Studierenden, die sich dem Element Wasser verschrieben haben.

Die beiden ehemaligen Kursleiter Jürgen Braun (rechts) und Mattias Schneider (links)  sowie die derzeitige Kursleiterin Anne Weiß (zweite von rechts) ließen Erinnerungen wach werden und zeigten den aktuell Studierenden, dass WAREM ihnen viele berufliche Perspektiven eröffnet. Prof. em. Helmut Kobus (zweiter von links) hob 1997 WAREM aus der Taufe. Prof. Silke Wieprecht (Mitte) ist heute verantwortlich für den internationalen Studiengang. (c) Roeder
Die beiden ehemaligen Kursleiter Jürgen Braun (rechts) und Mattias Schneider (links) sowie die derzeitige Kursleiterin Anne Weiß (zweite von rechts) ließen Erinnerungen wach werden und zeigten den aktuell Studierenden, dass WAREM ihnen viele berufliche Perspektiven eröffnet. Prof. em. Helmut Kobus (zweiter von links) hob 1997 WAREM aus der Taufe. Prof. Silke Wieprecht (Mitte) ist heute verantwortlich für den internationalen Studiengang.
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