Beratung beim Netzwerktreffen Uni & Pflege

Bettina Monte vom Pflegestützpunkt Stuttgart war zu Gast und beriet die Beschäftigten zum Thema Pflege.

Das Treffen des universitätsinternen Familiennetzwerks Uni & Pflege am 16. Juli war ein besonderes: Auf Wunsch des Netzwerks war eine Beratungsexpertin vom Pflegestützpunkt Stuttgart zu Gast. Beim Lunch-Meeting in der Mensa Stuttgart-Mitte hatten die teilnehmenden Beschäftigten der Universität Stuttgart Gelegenheit, konkrete Fragen zu persönlichen Pflegethemen zu stellen.

Die Sozialarbeiterin Bettina Monte vom Pflegestützpunkt Stuttgart, dessen Träger die Stadt ist, berichtete vom geplanten Ausbau des Stützpunktes und ihren Tätigkeiten. Die bundesweiten Einrichtungen beraten neutral zu allen Pflegethemen unabhängig vom Alter der zu pflegenden Person. „Wir unterstützen bei Anträgen und Widersprüchen, haben aber auch eine Lotsenfunktion“, führte Bettina Monte an. „Wir helfen weiter, wohin man sich mit welchem Problem wenden kann und tauschen uns regelmäßig mit anderen Beratungsstellen aus.“ Innerhalb von ein bis zwei Wochen erhält man bei ihr einen Termin.

Auch Alexander Nitzschke, Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, nahm am Netzwerktreffen teil. „Ich bin der Erste, der an unserer Universität eine befristete Teilzeitbeschäftigung nach dem Pflegezeitgesetz beantragt hat“, berichtete  Alexander Nitzschke. „Der Spagat zwischen Beruf, Kinderbetreuung und Pflegetätigkeiten ist noch ungewohnt. Ich bin dankbar, dass mein Arbeitgeber mich in dieser schwierigen Lebensphase unterstützt.“

Die Beschäftigten stellten viele Fragen zur Finanzierung von Pflege. Wichtige Dinge, die bei der Abrechnung von Verhinderungspflege zu beachten sind, Entlastungsbeiträge, Kurzzeitpflege und steuerliche Vergünstigungen wurden diskutiert. Daneben wurde aber auch über die Pflege von Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren gesprochen. Ein Teilnehmer erklärte: „Ich wünsche mir, dass meine Tochter trotz ihrer schweren Behinderung ein wertvolles Leben hat.“ Die sogenannte junge Pflege betrifft immer mehr Menschen, berichtete Monte und gab ihr Wissen zu entsprechenden Unterstützungsangeboten weiter. „Doch leider gibt es noch nicht ausreichend passende Angebote“, bedauerte sie.

Jan Gerken, der Kanzler der Universität Stuttgart lobte im Nachgang: „Die Familiennetzwerke ermöglichen nicht nur den gemeinschaftlichen Austausch unter den Beschäftigten und Studierenden. Mich erreichen regelmäßig Impulse aus den Netzwerktreffen, damit auch die Hochschulleitung die tatsächlichen Bedarfe kennt und dazu beitragen kann, die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie an unserer Universität weiter zu verbessern.“

Neben den Treffen des Netzwerks Uni & Pflege sowie den Seminaren im Fortbildungsprogramm unterstützt die Universität Stuttgart bereits seit 2016 Beschäftigte und Studierende mit Pflegeverantwortung auch durch ausgebildete Pflegelotsinnen. „Wenn ganz plötzlich ein Pflegefall eintritt, wie bei einem Schlaganfall, wissen viele nicht, was zu organisieren und zu beachten ist“, erzählte Edeltraud Walla, Pflegelotsin der Universität Stuttgart. Ihre Kollegin, Edith Demuth, ergänzte: „Wir helfen bei den ersten Schritten und informieren gemeinsam mit der Personalabteilung über Unterstützungsmöglichkeiten durch unsere Universität, zum Beispiel durch eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach dem Pflegezeitgesetz.“

Nächstes Netzwerktreffen im Oktober

Das nächste Treffen des Netzwerks Uni & Pflege findet im Oktober 2019 statt. Alle Beschäftigten und Studierenden mit Pflegeaufgaben oder künftigem Pflegebedarf sind herzlich eingeladen. Bei den Treffen werden insbesondere allgemeine und unispezifische Informationen hinsichtlich der Rechte und Flexibilisierungsangebote im Bereich Pflege, aber auch die Hilfsbedürftigkeit von Angehörigen ohne Pflegegrad diskutiert. Die Treffen werden von der Pflegelotsin Edeltraud Walla, die auch Beauftragte für Chancengleichheit ist, gemeinsam mit Inken de Wit, Leiterin des Service Uni & Familie, im Gleichstellungsreferat, organisiert und begleitet. Interessierte, die in den Verteiler aufgenommen werden möchten, können sich an die Pflegelotsinnen wenden. Initiiert wurden alle Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Pflegeverantwortung durch Zielvereinbarungen im Rahmen des seit 2012 gültigen Zertifikats der Universität Stuttgart als familiengerechte Hochschule.

Kontakt

 

Edeltraud Walla

Beauftragte für Chancengleichheit, Pflegelotsin

 

Edith Demuth

Vertretung der Beauftragten für Chancengleichheit, Pflegelotsin

Zum Seitenanfang