Mit Mahler begeistern

Konzert des Akademischen Chors und Akademischen Orchesters der Universität Stuttgart.

Das Konzert in der Liederhalle war gut besucht. (c) Kovalenko
Das Konzert in der Liederhalle war gut besucht.

Gustav Mahler, der österreichische Komponist, hätte sich gefreut. Akademischer Chor und Akademisches Orchester brachten unter der Leitung von Veronika Stoertzenbach am 3. Februar das Klagende Lied in der Originalfassung zur Aufführung sowie die Sinfonie Nr. 1 in D-Dur. Das Publikum im gut besuchten Beethoven-Saal der Stuttgarter Liederhalle zeigte sich begeistert.

Chor und Orchester erwecken das Klagelied zusammen mit den Solisten zum Leben. (c) Kovalenko
Chor und Orchester erwecken das Klagelied zusammen mit den Solisten zum Leben.

Wechselnde Klangbilder

Das Klagende Lied für großes Orchester, Chor und Solisten, das Gustav Mahler schon mit 18 Jahren verfasst hatte, fiel bei der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde durch. Nicht so bei den Zuhörern in der Liederhalle. Julia Reuter verstand es, sie vor Konzertbeginn in den Bann der düsteren Geschichte der Märchenkantate zu ziehen, in der es um die Entlarvung eines Mörders durch die Töne einer Flöte geht, die aus einem Knochen des Opfers geschnitzt worden war. Akademischer Chor und Orchester, begleitet von der Altistin Marion Eckstein, der Sopranistin Sophie Sauter sowie dem Tenor Christian Wilms, erweckten die Geschichte zu musikalischem Leben. Das Publikum erlebte dabei ein Bad verschiedenster bravourös vorgetragener Klangbilder, von der Naturidylle bis hin zum Schaurig-Makabren.

Hymnenartig jubelndes Finale

Der ganz eigene Kosmos von Mahler zeigte sich auch in der ersten Sinfonie in D-Dur, die nach der Pause vom Akademischen Orchester angestimmt wurde. „Titan“ hatte Mahler seine Komposition genannt und mit vielen typischen Elementen seiner Musiksprache ausgestattet. Die Musikerinnen und Musiker des Akademischen Orchesters meisterten sie alle. So erlebten die Zuhörer eine unbeschwerten, leichten Einstieg, der sie in den Wald bei Morgendämmerung versetzte, wurden dann im zweiten Satz mit einem derb kraftvollen Ländler konfrontiert, und danach im dritten Satz, den der Kanon Bruder Jakob einleitete, von einem ironisch verfremdeten Trauermarsch mit Blaskapelle überrascht. Beim großen Finale fanden alle Instrumente zum hymnenartig jubelnden Abschluss zusammen – übertönt von den Hornisten.

Das Stuttgarter Publikum zeigte sich begeistert. Alle Mitwirkenden wurden mit tosendem Applaus bedacht. (c) Kovalenko
Das Stuttgarter Publikum zeigte sich begeistert. Alle Mitwirkenden wurden mit tosendem Applaus bedacht.

Bitte vormerken

Das Akademische Orchester und der Akademische Chor sind am 12. und 13. Juli beim „Sommer im Züblin-Haus” mit folgendem Programm:
Poulenc / Gloria und Flötensonate (bearbeitet von Lennox Berkeleyfür Flöte und Orchester)
Brahms / 2. Sinfonie in D-Dur