Treffpunkt für Geflüchtete, Studierende und Anwohner

Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel und Sozialamtsleiter Stefan Spatz besuchen Begegnungsraum.

Der Begegnungsraum in der Breitscheidstraße neben den Unterkünften für Geflüchtete und in direkter Nachbarschaft zum Campus Stadtmitte steht kurz vor der Fertigstellung. Der künftige Treffpunkt für Flüchtlinge, Studierende und Anwohner wurde von Meike Hammer und Tine Teiml, beides Absolventinnen der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart, entworfen. Am Donnerstag, den 29. Juni besuchten Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel und der Leiter des Sozialamtes der Stadt Stuttgart, Stefan Spatz, gemeinsam die neuen Räumlichkeiten.

Einzigartiges Projekt
„Der Begegnungspavillon ist ein tolles nachbarschaftliches Projekt, das einzigartig ist in Stuttgart. In der Flüchtlingsunterkunft in der Breitscheidstraße 2 leben im Vergleich zu anderen Unterkünften besonders viele Kinder und Jugendliche, die den Pavillon gerne nutzen werden.", erklärte Stefan Spatz. Einzigartig ist Vieles bei diesem Projekt. Die Architekturstudentinnen Meike Hammer und Tine Teiml hatten die Idee für den Pavillon. In ihrer Masterarbeit untersuchten sie, wie Architekten die Integration von Flüchtlingen unterstützen können. So entstand das Projekt „Begegnungsraum“, angesiedelt beim Institut für Baukonstruktion 1 unter Leitung von Prof. Peter Cheret, der auch die Materarbeiten betreute. Seit Oktober 2016 arbeiten Geflüchtete, Studierende und Ehrenamtliche darunter auch Handwerker auf dem Grundstück gemeinsam am Gebäude.

Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, Prof. Sybil Kohl, Leiterin des Instituts für Darstellen und Gestalten und die beiden Architektinnen Tine Teiml und Meike Hammer (v.l.n.r.). (c)
Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, Prof. Sybil Kohl, Leiterin des Instituts für Darstellen und Gestalten und die beiden Architektinnen Tine Teiml und Meike Hammer (v.l.n.r.).

Universität wirkt in die Gesellschaft hinein
Uni-Rektor Ressel ist stolz auf „das vorbildliche Projekt, das Mut mache“. „Ich freue mich, zu sehen, was Studierende leisten können, das soziale Engagement ist enorm! Als Raum der Begegnung, des Austauschs und des Zusammenlebens ist dieses Projekt ein besonders schönes und nachhaltiges Zeichen, wie die Universität in die Gesellschaft hineinwirken kann. Mein besonderer Dank gilt den Absolventinnen unserer Architekturfakultät, Tine Teiml und Meike Hammer", so der Uni-Rektor. Er nennt auch für weitere Projekte der Universität, wie das Sprachpatenprogramm, den Freundeskreis für Flüchtlinge vom Internationalen Mentoring und das Tandemlernen, die das hohe Engagement zeigen.

Die Architektinnen Tine Teiml und Meike Hammer berichten von den verschiedenen Phasen des Projekts. (c)
Die Architektinnen Tine Teiml und Meike Hammer berichten von den verschiedenen Phasen des Projekts.

Der Leiter des Sozialamtes der Stadt Stuttgart, Stefan Spatz, freut sich über das nachbarschaftliche Projekt, das viele Nutzungsmöglichkeiten bieten wird. (c)
Der Leiter des Sozialamtes der Stadt Stuttgart, Stefan Spatz, freut sich über das nachbarschaftliche Projekt, das viele Nutzungsmöglichkeiten bieten wird.

Natürliche Baumaterialien schaffen wohnliche Atmosphäre
Die verwendeten Baumaterialien für den Begegnungsraum wählten die beiden Architektinnen mit Bedacht aus. Die meisten Unterkünfte werden in Systembauweise erstellt. Die neuen Räumlichkeiten bestehen hauptsächlich aus natürlichen Materialien, wie Holz und Ziegelsteine, die mit Lehm verputzt wurden. „Das schafft eine sehr angenehme und wohnliche Atmosphäre. Auch die Bewohner mögen dies sehr“, erklärt Meike Hammer. Das gesamte Projekt finanziert sich über Spenden, ein großer Teil in Form von Materialspenden (ca. 90.000 Euro) und weitere rund 50.000 Euro von Einrichtungen, Firmen oder Privatleuten, unter anderem auch dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Hiwi-Stellen finanziert.

Insgesamt wird der Pavillon eine Nutzfläche von 73 m2 haben. Davon entfallen 42,5 m2 auf den Begegnungsraum und 26,6 m2 auf den Lernraum. Daneben wird es noch eine Teeküche und Sanitärräume geben. Die Räume werden beheizbar sein und können damit auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden.

Nutzung ab September
Jetzt steht noch der Innenausbau an. Es fehlen noch ca. 5.000 Euro für die letzten Arbeiten. Im September sollen die Räumlichkeiten in Betrieb genommen werden. Ideen für die Nutzung gibt es schon viele: Vom gemeinsamen Kochen, über Feste feiern, Yogastunden, Lernen, Hausaufgaben machen bis zu Konzert- oder Vortragsabende.